"Potsdam Exklusiv" auf Meetingpoint: #38/26: Frauen bewegen Wirtschaft - 1. Female & Social Entrepreneurship Day

Die Zukunft der Brandenburger Wirtschaft sei weiblich, so Pulvermacher, die sich über die vielen anwesenden Frauen freute. Schon jetzt würde eine hohe Gründungsquote auf die Frauen entfallen, jedoch im Hinblick auf die Einwerbung von Risikokapital für technische Produkte oder Innovationen würden die Gründerinnen nur eine geringe Quote belegen.
Der Tag hatte sich dem Thema „Soziales Unternehmertum“ gewidmet. Dies sei schon lange kein Nischenthema mehr, sondern ein knallharter Standortfaktor für Brandenburg, so die IHK Bereichschefin. „Wir brauchen unternehmerische Lösungen für die gesellschaftlichen Herausforderungen“, erklärte Vicky Pulvermacher und stellte fest, dass sich gesellschaftliche Wirkung und wirtschaftliche Tragfähigkeit von unternehmerischen innovativen Ideen nicht ausschließen. Neben dem unternehmerischen Mut zu gründen, brauche es aber auch Kapital, weniger bürokratische Hürden und starke Netzwerke.
Und genau um die Schaffung von starken Netzwerken ging es an diesem Tag auch. In Diskussionsrunden auf der Bühne, in vielen Gesprächen an den Ständen der ausstellenden Verbände, Vereine und Fördereinrichtungen und natürlich beim Sitzen und Stehen nebeneinander kamen die Frauen ins Gespräch, tauschten Kontakte, gaben sich Hinweise.
Neben der IHK Potsdam waren zudem das Gründungszentrum Enterprise sowie das Kompetenzzentrum für soziales Unternehmertum verantwortlich für die Organisation dieses Netzwerktages.
Drei starke Kräfte, um erfolgreich selbstständig zu sein
Den ersten Impulsvortrag hielt Antje Schmidt. Die Marketingexpertin berichtete von ihrem kurvenreichen Weg in die Selbstständigkeit. Drei besondere Hinweise gab sie den anwesenden Damen mit: Empathie und Intuition seien sehr wichtig bei Team- und Geschäftsführung genauso wie Selbstreflexion gepaart mit unternehmerischer Intelligenz. Durch ganzheitliches Denken würden die Gründerinnen nämlich mehr Umsatz generieren, wie Studien festgestellt hätten. Zudem sei es wichtig, sich seiner selbst bewusst zu sein. Jede Frau sollte sich darüber im Klaren sein bzw. werden, was sie schon alles kann, so Antje Schmidt.
Gewinnmaximierung ist nicht alles
Den zweiten Impulsvortrag hielt Sarah Polzer-Storek. Sie leitet den 100.000 Quadratmeter großen Gewerbepark Rofinpark in Eberswalde. In ihrer Unternehmensführung orientiert sie sich an den Werten Transparenz, Mitbestimmung und Gemeinwohl. Natürlich könne auch sie die Gewerbeflächen nicht verschenken, aber wenn sich ein kleinerer unterfinanzierter Verein einmieten wollte, dann könne sie durchaus im Sinne einer Gemeinwohlorientierung einen günstigeren Mietpreis aufrufen.
Was braucht es, um erfolgreich zu sein?
In der Diskussionsrunde ging es um die zentrale Frage dieses Tages: Wie lassen sich wirtschaftlicher Erfolg und soziale Wirkung verbinden?
Einige Antworten wurden gefunden:
Es braucht unternehmerischen Mut. Entscheidungen sind auch unter Unsicherheit zu treffen.
Es braucht Verantwortungsbewusstsein genauso wie die Erkenntnis, Hilfe anzunehmen, wenn es notwendig ist.
Ein starkes Team, vorzugsweise mit gewissen Überkapazitäten ausgestattet, ist ebenfalls essentiell.
Es geht auch nicht nur ums Geld verdienen, man muss auch Prinzipien haben und ihnen treu bleiben. Es gilt, bewusst Nein zu sagen und herauszufinden, welche Aufträge, Strukturen und Arbeitsweisen wirklich zu den eigenen Zielen passen.
Fehler machen ist erlaubt. Dabei sollte man auch mild mit sich selbst sein. Der Aufbau eines „Inner Circles“ , meist in der Familie, ist wesentlich, denn dadurch werden schwierige Lagen besser gemeistert, normalisiert und die Angst schwindet.
Und letztlich käme es auch auf die Vernetzung mit anderen, Frauen und Männern, gleichermaßen an.
Mehr Informationen:
www.gruendungszentrum-enterprise.de
www.kompetenzzentrum-soziales-unternehmertum-brb.net
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*Unter dem Begriff Social Entrepreneurship (auch Sozialunternehmertum) versteht man eine unternehmerische Tätigkeit, die sich für einen positiven Wandel der Gesellschaft, für das Gemeinwohl sowie die Lösung sozialer Probleme oder für die Umwelt einsetzt.




















