"Potsdam Exklusiv" auf Meetingpoint: #32/26: Spannung, Spiel und ein Ausbildungsplatz. Messe Karriere Kick kommt nach Potsdam

Meetingpoint: Das Format „Karriere-Kick“ wird im Januar in Potsdam zu Gast sein. Um was handelt es sich dabei genau?
Karin Elleser: Beim Karriere Kick handelt es sich um eine innovative Ausbildungs- und Berufsorientierungsmesse, bei dem Schülerinnen und Schüler und Unternehmen sich in lockerer Atmosphäre am Kickertisch begegnen. Statt klassischer Bewerbungsgespräche stehen gemeinsames Spielen, ungezwungene Gespräche und persönliche Eindrücke im Mittelpunkt.
Das eigentliche Herzstück ist die Karriere-Kick-App, über die sich Unternehmen und Schülerinnen und Schüler bereits vor der Veranstaltung kennenlernen und auch nach dem Event weiter miteinander in Kontakt bleiben und austauschen können.
D.h. also an einem Kicker-Tisch treffen sich die potentiellen Azubis mit den potientiellen Ausbildungsbetrieben. Und was passiert dann?
Am Kickertisch spielen Schülerinnen und Schüler und Unternehmensvertreter zunächst gemeinsam in wechselnden Teams gegeneinander. Dabei entstehen ganz ungezwungene Gespräche, in denen sich beide Seiten kennenlernen. Durch regelmäßige Teamwechsel entstehen viele kurze Kontakte, aus denen bei gegenseitigem Interesse vertiefende Gespräche und mögliche Praktika, Ausbildungsplätze oder Studienplätze entstehen können.
Wie wird das Treffen am Kickertisch gesteuert?
Der „Matchmaking-Prozess“ wird durch die Turnierorganisation gesteuert: feste Spielrunden, regelmäßige Wechsel und eine strukturierte Erfassung gegenseitigen Interesses sorgen dafür, dass möglichst viele Kontakte entstehen.
Was haben die potentiellen Azubis davon?
Für Schülerinnen und Schüler bietet der Karriere Kick die Chance, Unternehmen auf Augenhöhe und ohne den Druck eines klassischen Bewerbungsgesprächs kennenzulernen. Dabei stehen ihre Persönlichkeit, ihre Interessen und ihre Stärken im Vordergrund und nicht allein Schulnoten oder Bewerbungsunterlagen. Über die App können Schülerinnen und Schüler schon vorab mit den Unternehmen in Kontakt treten und Gesprächstermine für den 22.01.2027 vereinbaren.
Was haben die Unternehmen davon, sich an dieser innovativen Ausbildungsmesse zu beteiligen?
Unternehmen profitieren vom Karriere Kick, weil sie potenzielle Auszubildende oder Studierende in einer lockeren und authentischen Atmosphäre spielerisch kennenlernen können. Dabei zählen vor allem Persönlichkeit, Teamfähigkeit und Kommunikationsstärke – Eigenschaften, die in klassischen Bewerbungsunterlagen oft nicht sichtbar werden. Auch nach dem Event sind die Unternehmen über die App mit den Schülerinnen und Schülern in Verbindung.
Warum müssen Unternehmen heute aus Ihrer Sicht neue, kreative Wege wie den Karriere Kick gehen, um die Generation Z überhaupt noch zu erreichen?
Unternehmen müssen heute dorthin gehen, wo die Jugendlichen emotional abgeholt werden. Die Zeiten, in denen Unternehmen einfach ein Roll-up-Banner aufstellen, Broschüren auslegen und darauf warten konnten, dass die Bewerber Schlange stehen, sind endgültig vorbei. Die Generation Z, also die Jugendlichen, die heute von der Schule in den Beruf oder in ein Studium starten, ist in einer digitalisierten Welt aufgewachsen. Sie sind permanente Reizüberflutung gewohnt, hinterfragen klassische Hierarchien und legen enormen Wert auf Authentizität und Nahbarkeit.
Klassische Ausbildungsmessen erzeugen bei vielen Jugendlichen eher Barrieren: Die Hemmschwelle, einen fremden Erwachsenen im Anzug am Messestand anzusprechen und direkt über Noten oder Lebensläufe zu reden, ist riesig. Das Ergebnis sind oft Pflichtbesuche ohne echte Interaktion.
Ein Format wie der Karriere-Kick dreht dieses Prinzip komplett um: Begegnung auf Augenhöhe: Am Kickertisch gibt es kein ‚Oben‘ und ‚Unten‘. Da duzt man sich, man fiebert gemeinsam mit, man ärgert sich über ein Gegentor oder jubelt über einen Treffer. Das bricht das Eis in Sekunden.
Persönlichkeit vor Notenschnitt: Unternehmen erleben die Jugendlichen sofort in Aktion, wie teamfähig sind sie, wie gehen sie mit Niederlagen um, wie kommunizieren sie? Das sagt oft mehr aus als ein Zeugnis.
Erlebnis statt Langeweile: Die Gen Z sucht Erlebnisse (sogenannte Experience). Ein Unternehmen, das sich auf ein solches Spiel einlässt, signalisiert sofort: ‚Wir sind modern, wir sind offen und wir nehmen dich als Mensch wahr, nicht nur als HR-Akte.‘
Warum ist es dem Oberlinhaus wichtig, bei dieser Messe Flagge zu zeigen und sogar Veranstalter zu sein?
Wir als Oberlinhaus sind Veranstalter dieser großen Ausbildungsmesse, weil es uns ein zentrales Anliegen ist, Schülerinnen und Schüler in der Region für Berufsorientierung ,Ausbildung und Studium zu begeistern. Als inklusiver Träger ist es uns dabei besonders wichtig, dass Teilhabe für alle möglich ist. Deshalb achten wir auch auf barrierefreie Angebote, wie zum Beispiel rollstuhlgerechte Kickertische. Gleichzeitig stärken wir unser Netzwerk zu anderen Unternehmen und tragen aktiv zur Fachkräftesicherung in der Region bei.
Weitere Informationen unter: [oberlin-berufsbildung.de].
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