HERZATTACKE - Handgebunden und selten

Die Ausstellung läuft noch bis zum 30. August, geöffnet ist Mittwoch bis Sonntag von 14 bis 18 Uhr, der Eintritt ist frei.
Zu sehen sind Arbeiten von 40 bildenden Künstlern: ausgewählte Künstlerbücher, Skulpturen, Fotografien, Malerei und Grafik. Darunter finden sich bekannte Namen wie der Schauspieler und Maler Milan Peschel, der Maler Strawalde, der Fotograf Göran Gnaudschun oder Kiddy Citny.
Hinter der HERZATTACKE steht eine Geschichte, die eng mit der DDR verbunden ist. 1989, im Wendejahr, gründete der Dichter und Herausgeber Maximilian Barck die Zeitschrift in Ost-Berlin. Schon seit 1985 hatte er dort bildende Künstler, Schauspieler und Dichter um sich versammelt, in der losen Vereinigung "Maldoror", die in privaten Räumen meist surrealistische Performances aufführte. Nach dem Ende der DDR führte Barck die Zeitschrift mit befreundeten Künstlern und Dichtern weiter, nun als Ost-West-Projekt. Dazu kamen zwei Editionen mit Künstlerbüchern sowie Lesungen und Ausstellungen in Paris, Zürich und West-Berlin.
Warum ausgerechnet 95 Exemplare? Der Grund liegt im DDR-Staat. Ab 100 Exemplaren war eine Druckgenehmigung nötig, und die kam einer Zensur gleich. Also blieb man knapp darunter. So entstand im Osten eine Kultur der Klein- und Kleinstauflagen, meist ohne kommerziellen Hintergrund. Die Bücher gingen von Hand zu Hand, ein Sinnbild für die Freiheit von Kunst und Gedanken. Bis heute hält die HERZATTACKE an den 95 handgebundenen Exemplaren fest. Zu den grafischen Beiträgen zählen seit Anbeginn neben Fotografien vor allem Unikatdrucke und Zeichnungen. 2026 erschien die 114. Ausgabe.
Ihren festen Ort hat die Zeitschrift seit 2015 in Potsdam. Das Kunsthaus sans titre, betrieben vom gemeinnützigen Verein sans titre e.V., ist ihre künstlerische Heim- und Produktionsstätte. Wie weit die HERZATTACKE reicht, zeigt ein Blick in die Sammlungen, die ihre Ausgaben führen: von der Akademie der Künste in Berlin über die Deutsche Nationalbibliothek bis zu den Universitätsbibliotheken von Harvard, Stanford und Columbia in den USA.
Weitere Informationen unter [www.sans-titre.de].








