Zwischen Zuversicht und Zurückhaltung

Das Umfeld ist dabei alles andere als einfach. Geopolitische Unsicherheiten, eine verhaltene Konjunktur und ein herausforderndes Marktumfeld prägen weiter die Entscheidungen von Unternehmen und Haushalten.

Besonders lief das Wertpapiergeschäft der Privatkunden. Der Nettoabsatz lag im ersten Halbjahr um 44 Prozent über dem Vorjahreszeitraum. Vorstandsvorsitzender Andreas Schulz führt das auf die Marktlage zurück. „Viele Kundinnen und Kunden nutzen die aktuellen Marktbedingungen, um ihre Geldanlage breiter aufzustellen und langfristig Vermögen aufzubauen. Dabei bestätigt sich, wie wichtig eine individuelle Beratung ist, die zur persönlichen Lebenssituation und den jeweiligen Anlagezielen passt", sagt er.

Passend zum Trend startet die Sparkassen-Finanzgruppe ein neues Angebot. Mit S-Neo entsteht ein digitales Wertpapierdepot direkt in der Sparkassen-App. Es richtet sich vor allem an Menschen, die ihre Wertpapiergeschäfte bisher über Neobroker abwickeln oder zum ersten Mal am Kapitalmarkt investieren wollen. Die MBS will darüber neue Kunden gewinnen und sie langfristig auch persönlich beraten.

Auch beim Sparen griffen die Kunden zu. Die Kundeneinlagen stiegen gegenüber dem Jahresende um 189 Millionen Euro. Gefragt waren vor allem verzinste Anlagen. Die Termineinlagen wuchsen um 274 Millionen Euro. Einen großen Anteil daran hatte das Angebot Tagesgeld35, das attraktive Zinsen mit hoher Flexibilität verbindet. Auch die Sparbriefe legten zu, um 35,4 Millionen Euro. "Viele Anlegerinnen und Anleger passen ihre Vermögensstruktur bewusst an die veränderten Rahmenbedingungen an und kombinieren unterschiedliche Anlageformen miteinander", so Schulz.

Ganz anders das Bild bei den Firmenkunden. Deren Investitionsbereitschaft blieb im ersten Halbjahr sehr verhalten. Die Kreditzusagen lagen um 33,8 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum. Wenn überhaupt investiert wird, dann meist in Ersatz. Größere Erweiterungen oder Wachstumsprojekte schieben viele Unternehmen auf. Entsprechend verhaltener als erwartet lief das Kreditgeschäft insgesamt.

Stabil blieb dagegen die private Baufinanzierung. Die Nachfrage bewegte sich weitgehend im erwarteten Rahmen.

Schulz zieht ein zuversichtliches Fazit. "Unsere Halbjahreszahlen zeigen, dass die MBS auch in einem anspruchsvollen wirtschaftlichen Umfeld robust aufgestellt ist. Das gibt uns die Möglichkeit, die Menschen, Unternehmen und Kommunen in Brandenburg weiterhin verlässlich zu begleiten. Mit dieser Zuversicht gehen wir in die zweite Jahreshälfte", sagt er. Die genauen Zahlen zum laufenden Geschäftsjahr will die MBS im Februar 2027 vorlegen.

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