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So langsam wird´s albern

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 11.07.2022 / 16:01 Uhr von at
Angesichts der drohenden Verschärfung der Gaskrise fordert der Städte- und Gemeindebund die Einrichtung spezieller Wärmeräume für Menschen, die im Winter ihre Wohnung nicht mehr heizen können. Heidelberg ist schon mittendrin in den Planungen. Die Stadt will für den Zeitraum von August bis Anfang Mai 2023 fünf mobile Heizzentralen mieten zum Preis von knapp 300.000 Euro plus Heizöl, um damit bspw. große Turnhallen zu beheizen. Auch Ludwigsburg stimmt die Bürger auf frostige Zeiten ein. Hier werden ebenfalls schon öffentliche „Wärmehallen“ für bis zu 5.000 Menschen vorbereitet, wo diese gegebenenfalls sogar übernachten können. Und Anfang Juli hat die Bundesregierung Firmen empfohlen, sich vor dem Winter noch mit Diesel betriebene Notstrom-Geräte anzuschaffen. Ist das der Anfang der grünen Energiewende?

Auf ihrer Reise durch die Welt setzt Deutschlands Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) auch auf die Solidarität der G-7-Staaten. Geschlossen und geeint soll ein Wettlauf um das Gas vermieden werden. „Wir lassen nicht zu, dass die internationale Gesellschaft gespalten wird“, sagte Baerbock bei ihrem ersten Besuch in Tokio. „Es kann und darf keinen Wettlauf um Energie geben, bei dem derjenige, der am stärksten ist und am meisten Geld hat, alles aufkaufen kann.“
Da Japan selbst über keine nennenswerten Energierohstoffe verfügt, setzt das Land stark auf Atomkraft und auch auf Flüssiggas-Importe, vor allem aus Katar und den USA. „Ich werde nicht zulassen, dass wir jetzt konkurrieren um das, was am allerwichtigsten ist, nämlich alternative Versorgungsmöglichkeiten wie zum Beispiel LNG (liquefied natural gas)“, so Baerbock. Auch in Japan bestehe eine Importabhängigkeit, die „allerdings nicht so groß ist wie unsere“, so die Außenministerin weiter. Seit einigen Monaten gibt es demnach diplomatische Bemühungen der USA und der EU-Kommission, asiatische LNG-Großkunden wie Japan dazu zu bewegen, langfristige Bezugsverträge zugunsten der bedrängten Europäer aufzulösen. „Wir haben zur Zeit nicht vor, LNG an Deutschland zu liefern“, erteilte Hayashi Baerbock eine Abfuhr. „Aber wir werden zu diesem Thema eng in der G 7 kooperieren.“

Wäre es jetzt ein guter Zeitpunkt, sich ohne Denkverbote mit der Erschließung der riesigen Gasvorkommen in Deutschland zu befassen? Dazu gab MdB Anton Hofreiter (Grüne) im April bei Markus Lanz eine Antwort (?) aus der man leider nicht wirklich schlau wurde und einen mit mehr Fragen als Antworten zurückließ - [Klck] (ab Minute 22.40). Während Experten davon ausgehen, dass die Vorkommen Deutschland bis zur Energiewende über Wasser halten können, hält Hofreiter die Mengen nicht so relevant. Ein ideologisches Ding sieht er dabei nicht.

Beim Fracking werden unter hohem Druck Millionen von Litern mit Chemikalien versetzten Wassers in den Untergrund verpresst. Dieser Vorgang erzeugt Risse im Gestein, so dass darin eingeschlossene Kohlenwasserstoffe wie Erdöl und Erdgas herausgelöst und zu Tage gefördert werden können. Diese Art der Förderung ist jedoch mit erheblichen Risiken für die Umwelt und die menschliche Gesundheit verbunden, so der BUND.
“Fracking, also das Aufbrechen von Gas-Lagerstätten mittels hydraulischer und chemischer Hilfsmittel, ist nach einer von verzerrten Katastrophenszenarien dominierten öffentlichen Debatte faktisch für Deutschland als Möglichkeit beerdigt worden”, hält Andreas Pinkwart (FDP), Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen, im Handelsblatt dagegen. „Wie wissenschaftliche Studien zeigen, verursacht Fracking unter modernen Sicherheitsstandards keine relevanten Umweltschäden“, ergänzt der Parlamentarische Geschäftsführer der FDP, Torsten Herbst. Wer Fracking-Gas aus den USA importiere, könne nicht gegen eine sichere Fracking-Förderung in Deutschland sein. Die FDP fordert angesichts der Gaskrise das Fracking-Verbot zu überdenken.

Doch sowohl darüber als auch über Atomkraft wollen die Grünen nicht reden. Stattdessen werden die Sparparolen weiter rausgeholt - nur wo spart man eigentlich in einem warmen Sommer noch als normaler Bürger? Also weiter mit ideologischen Scheuklappen, lässt man lieber die anderen Länder den Dreck machen, die eigenen Reserven unangetastet, die Menschen frieren.

Die wirtschaftspolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Julia Klöckner (CDU), hat die Idee von „Wärmeinseln“ für ärmere Menschen zurückgewiesen. „Wärmeinseln für Ärmere bereitzustellen, das kann sicher nicht die Lösung sein“, sagte Klöckner der „Rheinischen Post“. „So weit sollten wir es in Deutschland nicht kommen lassen. Keiner sollte in seinen vier Wänden frieren müssen.“ Das Krisenmanagement von Habeck kritisierte Klöckner scharf. „Permanente Panikmache hilft uns allen nicht weiter. Und es mangelt auch nicht an der Beschreibung der Lage, jetzt geht es ums Handeln“, sagte sie. „Wir warten immer noch darauf, dass die Bundesregierung uns ihren Plan vorlegt, sollte das Gas von Russland aus nicht mehr fließen.“

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Harald_Landsrat
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Kommentare

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    Ricky schrieb um 01:44 Uhr am 12.07.2022:
    Natürlich wirken die Sanktionen, auch wenn Putin das nicht zugibt.
    Und natürlich trifft es auch „ den Westen“.
    Aber wir dürfen uns auf keinen Fall von einem Massenmörder erpressen lassen, und schon gar nicht Nordstream 2 in Betrieb nehmen, genau das will der doch!
    Wenn er die Ukraine einnimmt, ist als Nächstes Moldawien dran, dann Litauen und wenn Putin in Polen steht, dann bekommen wir hier mehr als einen kalten Winter. Deshalb heißt es jetzt Durchhalten, auch mit kalten Füßen Zähne zeigen und nicht einknicken. Die Sanktionen wirken, wenn auch langfristig, davon sind nüchterne Analysten überzeugt.
    Den Westen zu spalten, das sollten wir Putin nicht gönnen und deshalb sind Kommentare, die Menschen nur verunsichern, absolut kontraindiziert.
    Wir schaffen das!
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      Waelde schrieb um 00:44 Uhr am 12.07.2022:
      # kochhengst
      Bei uns ist grundsätzlich jeder Willkommen, wenn er nicht grundsätzlich rechtes oder spalterisches Gedankengut hegt und auf patriachale oder heteronormative Einteilung der Geschlechter verzichtet. Bei der Nomenklatur “ Kochhengst”
      hegen wir da so unsere Zweifel.
      Jeder Lösungsansatz ist jedoch besser als in der Abhängigkeit zu einem psychopathischen Imperialisten und Kriegsverbrecher zu verharren.
      Wir leben in einer 2- Zimmer- Wohnung in Babelsberg mit einem super netten privaten Vermieter, der schon lange auf eine alternative Heizform im Keller umgerüstet hat und den privaten Mietern auch allesamt zusätzlich den Einbau eines Holzofens
      ( kleinen Kamin)erlaubt hat.
      Und jede Wette, unsere Miete ist günstiger als die in so mancher Platte.
      Man muss eben beharrlich suchen( in unserem Fall zwei Jahre), aber wer sich bewegen will, der bewegt auch etwas.
      Immer nur über die Verhältnisse meckern ändert rein gar nichts!

      • Pendler schrieb um 10:24 Uhr am 12.07.2022:
        "Man muss eben beharrlich suchen( in unserem Fall zwei Jahre), aber wer sich bewegen will, der bewegt auch etwas." - Das kannst du ja mal den vielen Wohnungssuchende in Potsdam erzählen, du Schwätzer. Ich glaube eher du bist derjenige, der sich hier nicht bewegt - entweder bist du ein gepampertes Milchbübchen oder ein arbeitsscheuer Mitmensch, der vom Amt jede Nebenkostenerhöhung bezahlt bekommt. Gestern las ich, dass eine Familie in Brandenburg dank der teuren Spritkosten und zu erwartenden Gasnachzahlungen vermutlich mehr als 3000 Euro mehr als letztes Jahr bezahlen muss.
    •  
      Kochhengst schrieb um 21:55 Uhr am 11.07.2022:
      @Waelde
      Ja, also sich gemeinsam in der Wohnung treffen - dafür hätte es doch jetzt wirklich nicht erst die Gaskrise gebraucht? Können wir Ihnen vielleicht noch die Adresse entlocken, um uns ebenfalls einzuklinken? Wir gehören auch zu denjenigen, die mit Fernwärme/Gas versorgt werden (wenn überhaupt) - im Gegenzug hätten wir aber richtig leckere Kochkünste zu bieten :-).
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        Perspektivwechsel schrieb um 21:25 Uhr am 11.07.2022:
        Es ist schon interessant, wie kreativ Krisen gemeistert werden können, wenn wir nur wollen, oder. Nach den positiven Aussagen...rücken wir einfach alle etwas zusammen und wärmen wir uns mit klugen Gedanken und Kaminholz im knisternden Ofen. Vermutlich dann nicht in einer 2-Raum-Wohnung in Zentrum-Ost, da gibt es vermutlich wenig Kaminöfen. Dann lieber eher im schönen Häuschen am Stadtrand. Obwohl, Platz ist ja in der kleinsten Hütte. Hoffen wir nur, dass Corona im kühlen Herbst nicht allzu schlimm wird und Kontaktbeschränkungen das Zusammenrücken mit Kniffelabend erschwert. Ach, wenn das doch alles so einfach wäre. Hoffen wir das Beste oder machen wir das Beste draus ... ich hol schon mal die Karten aus dem Schrank.
        •  
          Napierkowski schrieb um 20:28 Uhr am 11.07.2022:
          Was soll denn daran albern sein?
          Immerhin sorgen die jetzigen Verantwortlichen vor, für den Fall aller Fälle.
          Das ist tausendmal ehrlicher als Merkel oder Schröder, die auf beiden Augen weggesehen haben und die Radikalisierung in Putins Charakter verdrängt haben.
          Jetzt sollten alle zusammenhalten.
          Wir haben genug Pellets für zwei Winter und auch viel viel Kaminholz ind selbstverständlich steht unsere Tür unseren Freunden bei Gasausfall offen.
          Dieses ewige Nörgeln und Spalten hier finde ich auch extrem nervend und unangebracht und schon gar nicht lösungsorientiert.
          Wer aus dem Hinterhalt der Tastatur immer nur Gifttexte produziert, dem wird es wohl nicht nur räumlich, sondern auch sozial immer kälter werden.
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            Waelde schrieb um 20:18 Uhr am 11.07.2022:
            # Slazenger
            ich vermute auch, dass “# AllesSchwätzer”
            hier bewusst spalten und Solidarität untergraben will. Also genau das tut, was Kruegstreiber Putin hofft.
            In unserem Freundeskreis haben wir uns bereits abgesprochen, diejenigen mit alternativen Heizmöglichkeiten öffnen ihre Küchen und Wohnzimmer für gemeinsames Kochen und Filmabende, Doppelkopfrunden, Quizabende und anderen schönen Gemeinsamkeiten.
            Auch wenn es nicht zu einem Energieengpass kommt, freuen wir und schon jetzt auf diese Treffen, dafür war die Ansage mit möglichen Wärmehallen jetzt eine super Inspiration, der Herbst und Winter kann kommen!
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              Slazenger schrieb um 19:30 Uhr am 11.07.2022:
              Wer keine komplexen Zusammenhänge erkennt, sollte hier nicht in Fäkalsprache kommentieren, sondern Fakten anerkennen:
              Ohne den aggressiven Angriffskrieg Putins hätten wir keine Gasmangellage.
              Ein Kriegsverbrecher, der Energie als Waffe benutzt, ist der Schuldige.
              Wer so naseweis ist, alles früher gewusst und längst erkannt zu haben, der gehe doch in die Politik und mache alles besser und versprühe hier nicht seinen persönlichen Sozialneid.
              Alleine an den “ Namen” erkennt man leicht, dass es sich hier immer um denselben Nörgler handelt, der alle Leser langweilt.
              •  
                #AllesSchwätzer schrieb um 17:19 Uhr am 11.07.2022:
                Von denen die uns das eingebrockt haben aus der jetzigen und der Vorläuferregierung witd keiner frieren. Ich hoffe, wenn sie Leute frieren merken sie, was sie gewählt haben. Aber man redet ihnen noch ein, das ein anderer Schuld sei und man gar nichts machen kann. Weil quasi Gott Gas vergibt und wer kennt schon Gottes Gründe. Und selbst denn werden die Leute es fressen und gläubig vor der Glotze sitzen und dafür das letzte Hemd verpfänden. Und gleich werden hier genau die Leute sich melden und sagen, dass es nicht so sei.