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Eskalation bei Uniper: Habeck gibt Stützgarantie

Sonstiges
  • Erstellt: 29.08.2022 / 20:02 Uhr von at/pm
Der finnische Energieversorger Fortum Oyj ist - über seine indirekte Holdinggesellschaft Fortum Deutschland SE, Düsseldorf - mit einem Anteil von 76,06 Prozent Hauptaktionär von Uniper. Der Energiekonzern Uniper hat bereits die kompletten neun Milliarden Euro Hilfe vom Bund aufgebraucht. Jetzt besteht akute Pleitegefahr, heißt es heute in der Welt. Der Gasimporteur gilt als systemrelevant und benötigt um zu überleben kurzfristig vier weitere Milliarden. Sonst bricht das System zusammen. Und nun?

Auf dem europäischen Strommarkt wurden mit über 1.000 Euro pro Megawattstunde neue Rekordpreise bei den Großhandelspreisen für Elektrizität erreicht - fast 3.000 Prozent über dem langjährigen Mittelwert von 30 bis 50 Euro. Auf dem aktuell extremen Preisniveau haben Unternehmen nicht mehr genug finanzielle Liquidität, um die im Energiehandel geforderten Sicherheitsleistungen („margin calls“) zu hinterlegen. Dadurch hat Uniper bereits alle Hilfsgelder verbraucht, erklärte der gestützte Energieriese am Montag. Uniper habe die gesamte Kreditfazilität der Förderbank KfW in Höhe von neun Milliarden „vollständig ausgeschöpft“. Nun seien weitere vier Milliarden Euro nötig, um die „kurzfristige Liquidität des Unternehmens sicherzustellen“.

Um einen Zusammenbruch des Systems zu umgehen, arbeite man „gemeinsam mit der Bundesregierung mit Hochdruck an der dauerhaften Lösung für diese Notlage“, heißt es in einer Mitteilung, „weil Uniper sonst seine systemkritische Funktion für Deutschland und Europa nicht weiter erfüllen kann."

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) schloss am Montag einen Vergleich mit der Weltwirtschaftskrise 2008, ausgelöst durch die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers aus: „Wir werden diejenigen Versorgungsunternehmen, die darauf angewiesen sind, auf jeden Fall mit der nötigen Liquidität versorgen“, erklärte Habeck in Hamburg. „Deshalb wird es am Energiemarkt keine Kettenreaktion wie jene nach dem Untergang der Investmentbank Lehman Brothers zu Beginn der Welt-Finanzmarktkrise geben.“

„Die Liquidität ist extrem niedrig“, bemerkte auch der Kolumnist und Energiemarktexperte der Agentur Bloomberg, Javier Blas, auf Twitter: „Mehr Staatshilfe wird in den kommenden 24 bis 48 Stunden nötig sein, um die europäischen Energieversorger solvent zu halten.“

Bundeswirtschaftsminister Habeck gab in Hamburg zu, dass ein Teil der Maßnahmen zur Bekämpfung der Gaskrise zur Teuerung am Markt beigetragen hatte. So hatte die Bundesregierung dem Unternehmen „Trading Hub Europe“ (THE) mehr als 13 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt, um Brennstoff einzukaufen und damit die Speicher zu füllen. Diese massiven Gaskäufe aus Steuermitteln trugen offenbar dazu bei, die Notierungen am Markt nach oben zu treiben, heißt es in der Welt. Habeck erklärte nun, die Regeln der staatlichen Gasbeschaffung ändern zu wollen. „Wir werden Erdgas nicht mehr zu jedem Preis einkaufen, deshalb werden sich die Märkte beruhigen“, sagte der Minister.

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Kommentare

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    NiemandhatSchuld schrieb um 09:55 Uhr am 30.08.2022:
    Wenn wir keinen Krieg gegen Russland führen, denn hat der Boykott der russischen Wirtschaft und damit den Verzicht auf Export und der daraus folgenden Importverknappung, einzig damit etwas zu tun,dass diese Regierung und der größte Teil der gewählten eine Solidarität für die Ukraine bis zur Selbstaufopferung führt. Das wurde, wie geschrieben von denen, die gewählt haben, gewählt. Nun soll sie nicht jammern. Sie sollen ihren Willen genießen. Alles was auf der BRD eine Auswirkung hat, ist von dieser Bundes- und den Landesregierungen gewollt und bestimmt.
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      Gegen Kriegsfalken schrieb um 21:11 Uhr am 29.08.2022:
      Da die Erdgasleitung „North Stream 2“ neu und sofort betriebsbereit ist und noch keine Turbinen verschlissen sind, favorisiert der FDP- Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubiki die sofortige Inbetriebnahme der betriebsbereiten Erdgasleitung „North Stream 2“, damit die klimafreundliche Erdgasversorgung Deutschlands wie bereits jahrzehntelang bewährt funktionieren kann.
      Auch das Preisniveau wird sich dann wieder ausgleichen, so dass Wirtschaft und Bürger normal weiterleben können, ohne von „Kriegsfanatikern“ bei bzw. in der Bundesregierung ihre Geldbörse mehrwertlos fremdgeleert bekommen.