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Mehr als 1.524 Kinder und Familien fordern die Verkehrswende

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 04.10.2022 / 14:13 Uhr von eb
Im Mai und September fanden an zahlreichen Orten in Brandenburg anlässlich der bundesweiten Kidical Mass Wochenenden Familienfahrraddemos statt, um für eine sichere Infrastruktur für Kinder zu demonstrieren. Das Bündnis Verkehrswende Brandenburg, hat dies zum Anlass genommen und die Teilnehmenden nach ihren Wünschen an Verkehrsminister Beermann gefragt. Herausgekommen sind 1.524 Postkarten, die heute an den für Verkehr zuständigen Staatssekretär Genilke übergeben werden.

Der größte Wunsch der Kinder und Jugendlichen sind mehr Radwege und sichere Schulwege. „Alle Kinder wollen sicher mit dem Rad zur Schule oder zum Sportverein fahren. Die Antworten der Kinder zeigen: Davon sind wir an vielen Stellen in Brandenburg noch weit entfernt. Auch Eltern wollen ihre Kinder nicht unbedingt mit dem Auto zur Schule bringen. Was fehlt ist eine sichere, flächendeckende Infrastruktur“, greift Christian Wessel, Sprecher des ADFC Brandenburg und Bündnisvertreter im Dialog mit dem Ministerium, die Forderungen der Kinder auf. Wessel weiter: „Verkehrswende geht nur, wenn Radfahren endlich Platz und sichere Räume bekommt. Unser Bündnis fordert deshalb vom Verkehrsministerium, die Verantwortung für Planung und Umsetzung eines durchgängigen landesweiten Radwegenetzes zu übernehmen. Gleichzeitig brauchen Kommunen umfassende finanzielle und organisatorische Unterstützung beim Bau von sicheren und ausreichend breiten Radwegen“.

Der Radverkehrsanteil soll sich verdoppeln und gleichzeitig werden Gelder gekürzt
Von 2008 bis 2017 ist der Anteil der Wege, die in Brandenburg mit dem Rad zurückgelegt wurden, von 15 auf 11 Prozent zurück gegangen. Doch aktuell wollen viele Kinder und Jugendliche, aber auch Erwachsene, angesichts der dramatischen Klimasituation und der steigenden Spritpreise gerne das Fahrrad nutzen. „Das Verkehrsministerium hat sich das Ziel gesetzt, den Radverkehr bis 2030 zu verdoppeln. Doch wie soll das gehen, wenn Planungskapazitäten fehlen und Gelder gekürzt werden? In diesem Jahr wurde der Radverkehrsetat des Landes um fünf Millionen reduziert. Im Haushaltsentwurf für 2023 werden die Mittel für Radschnellwege um eine weitere halbe Million reduziert und wegfallende Bundesmittel für den Radverkehr werden vom Land nicht kompensiert. So bekommen wir die Steigerung des Radverkehrs nicht hin“, kritisiert Carl Fellenberg, der als stellvertretender Vorsitzender des ökologischen Verkehrsclubs VCD in den Dialog zum Mobilitätsgesetz mit dem Ministerium involviert ist.

Rechtlichen Spielraum für Tempo 30 ausschöpfen und erweitern
Das Bündnis Verkehrswende Brandenburg fordert Staatssekretär Genilke und Verkehrsminister Beermann aber nicht nur auf, den Haushaltsentwurf nachzubessern und Gelder für den Ausbau des Radverkehrs bereit zu stellen. Das Land soll sich auch für Tempo 30 als innerorts-Regelgeschwindigkeit beim Bund stark machen und den Ermessensspielraum, den die Straßenverkehrsordnung schon jetzt ermöglicht, voll ausschöpfen. „Diese Maßnahme kostet so gut wie gar nichts und verbessert die Sicherheit im Radverkehr deutlich“, sagt Christian Wessel. „Viele Anträge der Kommunen auf Tempo 30 werden von den übergeordneten Straßenbehörden abgelehnt. Das kann man auch anderes handhaben“, ergänzt Fellenberg.

Bilder

VCD / Jan Kuppert
VCD / Jan Kuppert
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VCD / Jan Kuppert
VCD / Jan Kuppert
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