Startseite  /  Jobbörse  /  Artikel einsenden  /  Impressum

Logo

"Pflege ist mehr als ein bisschen Patienten waschen"

Sonstiges
  • Erstellt: 07.10.2022 / 10:01 Uhr von at
Der Deutsche Pflegerat schlägt Alarm. Die Pläne von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zur Reform der Pflege in Krankenhäusern würden zu massiven Personalproblemen führen. Im Entwurf zum Krankenhauspflegeentlastungsgesetz heißt es u.a., dass das Ministerium „im Einvernehmen mit dem Bundesministerium der Finanzen“ Vorgaben zu der Anzahl einzusetzender Pflegekräfte machen könne. Dadurch werde die Personalausstattung auf Krankenhausstationen und in Pflegeheimen von der Gunst des Bundesfinanzministers abhängig gemacht, befürchtet der Pflegerat. „Wenn das die Haltung zur Pflege ist, dann können wir die Arbeit in Kliniken für Pflegefachpersonen nicht mehr empfehlen“, sagte die Präsidentin des Pflegerates, Christine Vogler, gegenüber Spiegel.

„Wir sind teilweise fassungslos“, sagte Vogler dem Magazin. „Der Koalitionsvertrag war für uns das Signal: Die Regierungskoalition macht ein paar Dinge konsequent und mutig anders.“ Diese Hoffnung aber habe sie nun nicht mehr. Ihre Expertise sei in Lauterbachs Haus nicht gefragt. Das gelte auch für die von Lauterbach eingesetzte Kommission, die eine große Reform der Krankenhausversorgung auf den Weg bringen soll. Es gebe keine Wertschätzung für den Pflegeberuf.

„Pflege ist mehr als ein bisschen Patienten waschen“ so Vogler. „Wir werden in zehn Jahren die Menschen nicht mehr versorgen können.“ Die Verantwortlichen müssten sich fragen, was es für eine Volkswirtschaft bedeute, „wenn Menschen immer mehr zu Hause gepflegt werden und die Arbeitskraft der pflegenden Angehörigen, vor allem Frauen, einschließlich der Sozialbeiträge verloren gehen“, sagte Vogler. Diese Rechnung gehe nicht auf.

Hintergrund
Lauterbach möchte die Situation der Pflege in den Krankenhäusern mittelfristig verbessern, indem Idealbesetzungen für die Stationen errechnet und durchgesetzt werden, heißt es in der Berliner Zeitung. Zuerst soll der Personalbedarf in der Pflege bei einer repräsentativen Auswahl von Krankenhäusern erfasst werden. Dann soll auf dessen Basis eine Rechtsverordnung geschaffen werden, die den Krankenhäusern ab 2025 Vorgaben für die Personalbemessung macht.

Dieser Artikel wurde bereits 194 mal aufgerufen.

Werbung

Kommentare

  •  
    abgezockter Sozialabgabenleister schrieb um 11:01 Uhr am 07.10.2022:
    Die Pflegeversicherung war 1995 ins Leben gerufen worden, um die im Falle der Pflegebedürftigkeit der Gesetzlich Pflegeversicherten diese entstehenden Pflegekosten in der Regel zu übernehmen.

    Seit 2020 müssen (nur) die Gesetzlich- Pflegeversicherten noch zusätzlich die Ausbildung mit ihrer “Sozialabgabe Pflegeversicherung” finanzieren, obwohl das eine Daseiens- Pflichtaufgabe des Staates ist!

    Genauso wie Pflegelöhne nur von den Gesetzlich- Pflegeversicherten (die Privat- Pflegeversicherten sind außen vor) geleistet werden müssen, damit Pflegekonzerne ihre garantierten Renditen für deren Aktionäre leisten können und der Staat Geld spart.
    Ein ganz perverses Beispiel ist „ORPEA“.