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Dramatische Versorgungslücke für Patientinnen in Brandenburg an der Havel: Ab sofort fehlt wichtigste Brustkrebsuntersuchung

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 21.11.2022 / 15:29 Uhr von eb
In der Sitzung des Berufungsausschusses der Kassenärztlichen Vereinigung Brandenburg (KVBB) vom vorigen Mittwoch, dem 15.11.2022, ist die Entscheidung gefallen. Das Angebot des Gesundheitszentrums Brandenburg (GZB) die Mammographieversorgung zu übernehmen, wurde abgelehnt, d.h. seit dem 16.11.2022 gibt es keine ambulanten Mammographien mehr in Brandenburg an der Havel. Alle Bemühungen des Gesundheitszentrum Brandenburg an der Havel und des Universitätsklinikums Brandenburg an der Havel zur Sicherstellung der Versorgung sind damit zunächst gescheitert.

Gabriele Wolter zur Entscheidung der KVBB: „Der Berufungsausschuss konnte die Entscheidung zwar mit den gültigen Regularien formal begründen, die Frage, wie der Versorgungsauftrag in Brandenburg an der Havel zukünftig sichergestellt werden kann, bleibt aber unbeantwortet. Kommt die KVBB ihrem Auftrag der ambulanten Patientenversorgung nach oder verhindert diesen sogar? Für die betroffenen Patientinnen ist es jedenfalls eine Katastrophe und vorerst gibt es keine Aussicht auf eine Verbesserung der Versorgungssituation. Unsere Fachärztinnen haben die entsprechende Ausbildung absolviert und dürfen dieses Wissen nun nicht anwenden. Ich frage mich, was tut die KVBB, um Schaden von den Patientinnen abzuwenden?“

Die Versorgungssituation für die ca. 3000 - 4000 Patientinnen jährlich verschlechtert sich nun wieder dramatisch. Nach dem seit nicht einmal 4 Wochen wieder Mammographien durchgeführt werden durften, können nun erneut keine Termine mehr vereinbart werden. Patientinnen müssen sich nun um Termine in Potsdam oder Berlin bemühen. Die Fahrzeiten und auch die Wartezeiten, für die häufig dringlichen Untersuchungstermine, erhöhen sich deutlich. Lange Wartezeiten können für betroffenen Patientinnen mit einem Krebsverdacht sogar eine Verschlechterung der Behandlungserfolge bedeuten.

Zur Vorgeschichte: Eine langjährige Mammographie-Spezialistin in Brandenburg an der Havel wechselte in den Ruhestand, die nachfolgende Praxis bietet zwar radiologische Untersuchungen an, nicht aber Mammographien. Das Gesundheitszentrum Brandenburg an der Havel bemüht sich seit über einem Jahr um eine Erweiterung der radiologischen Zulassung, um die notwendige Versorgung mit Mammographien dauerhaft sicherstellen zu können.

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Kommentare

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    Martina schrieb um 18:49 Uhr am 23.11.2022:
    Ich finde das eine riesige Sauerei. Warum müssen wir Frauen darunter leider. Warum fragt man nicht Frauen. Das könnte ja auch online passieren. Ich finde das für meine Heimatstadt traurig.
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      Christiane schrieb um 09:15 Uhr am 23.11.2022:
      Die Entscheidung in Brandenburg ist unerträglich!!
      Das haben bestimmt Männer entschieden,wenn nicht wünsche ich den Frauen,etwas?Es ist schon eine unverschämtheit,dass Frauen bei ihren Gynäkologen blechen müssen.
      Wiederlich!!!!
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        gebeutelter Sozialabgabenleister schrieb um 17:42 Uhr am 22.11.2022:
        Darum wird u. a. der gesetzliche Krankenkassenbeitrag ab dem 1.1.2023 um 0,3 Prozent erhöht:
        >>Ab dem 1. Juni 2022 sollen Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine Grundsicherung erhalten. Auch in Sachsen-Anhalt werden sie damit krankenversichert und erhalten eine elektronische Gesundheitskarte. Die AOK Sachsen-Anhalt gibt Helfern und Betreuern Tipps, was dabei zu beachten ist.
        Mit der elektronischen Gesundheitskarte kann man unkompliziert Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung in Anspruch nehmen, beispielsweise beim Arzt oder im Krankenhaus. „Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine können dabei selbst wählen, bei welcher Krankenkasse sie versichert sein möchten“, sagt Anna Mahler, Pressesprecherin der AOK Sachsen-Anhalt.<<

        Die privaten Krankenkassen müssen diese Zahlungen nicht leisten!
        Und die Krankenkassen- Beitragserhöhungen dienen nicht den hier sozialversichten Beitragszahlern, da gibt es wieder Leistungskürzungen!
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          Michael Kozik schrieb um 14:58 Uhr am 22.11.2022:
          Was soll man von dieser KVBB halten. Lieber sage ich hier nicht, was ich von diesen Verweigerern halte, denn das würde meinen Kommentar in die Nähe der Beleidigung führen. Ist denn in der Stadt Brandenburg niemand in der Lage ein Machtwort für die betroffenen Menschen zu sprechen? Und überall die Frage warum haben so wenig Menschen Vertrauen in die Politik. Der Egoismus und die Untätigkeit dieser Verantwortlichen ist nicht mehr zu überbieten.
          Leider.
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            E. Müller schrieb um 10:26 Uhr am 22.11.2022:
            Da haben wir es Mal wieder
            Leistungen kürzen und Beiträge erhöhen. Was ist haben die Herrschaften der KVBB denn für eine Begründung für diese Entscheidung . Mir tun die vielen an Brustkrebs erkrankten Menschen leid , welche vieleicht zweimal im Jahr zur Kontrolle und dafür nach Potsdam oder Berlin müssen . Und das sind nicht nur junge Leute.
            Diese Einrichtungen sind übrigens auch heillos überfordert. Mal wieder eine Entscheidung am Patienten vorbei .