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Geflügelpest-Virus bei toter Wildgans in Potsdam gefunden

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 25.01.2023 / 09:01 Uhr von eb/pre
Nachdem [Verbraucherschutzstaatssekretärin Antje Töpfer vor der möglichen Ausbreitung der Geflügelpest gewarnt hat], bittet auch das Potsdamer Rathaus Geflügelhalter um erhöhte Aufmerksamkeit. In der Landeshauptstadt ist am 23. Januar bei einer tot aufgefundenen Wildgans Geflügelpest durch Laboruntersuchungen festgestellt worden. 

Die weltweit verbreiteten Geflügelpest-Viren haben ihr Reservoir in verschiedenen Wildvogelarten, vor allem in Wasservögeln, die die Erreger schnell über weite Strecken tragen können. Gerade an stark frequentierten Wildvogelrast- und -sammelplätzen, von denen es auf dem Gebiet der Landeshauptstadt Potsdam mehrere gibt, kann es zu Infektionen und Nachweisen der Geflügelpest kommen.
Der Nachweis der Geflügelpest bei einem Wildvogel auf dem Potsdamer Stadtgebiet ist für den Amtsveterinär der Landeshauptstadt Potsdam, Dr. Guido Schielke, keine Überraschung. Da es sich bei dem betroffenen Tier um einen Wildvogel handelt, werden keine Restriktionen für gehaltenes Geflügel in Potsdam angeordnet. Der Schutz der Hausgeflügelbestände vor einem Eintrag und einer möglichen Weiterverbreitung des Geflügelpestvirus hat jedoch zu diesem Zeitpunkt oberste Priorität, heißt es dazu aus dem Rathaus. Amtstierarzt Dr. Guido Schielke rät daher dringend zur Umsetzung der empfohlenen Biosicherheitsmaßnahmen. Geflügelpestviren sind sehr beständig und können über verschiedene Wege und Vektoren direkt (Kontakt zu Wildvögeln oder anderem Hausgeflügel bei Ausstellungen/Handel) oder indirekt (zum Beispiel über kontaminiertes Wasser, Futter, Schuhwerk oder Gerätschaften) in einen Bestand gelangen.
Mit dem aktuellen Nachweis der Geflügelpest ist eine konsequente Absonderung von gehaltenem Geflügel zu Wildvögeln extrem wichtig, am besten über eine nach oben wasserdichte und seitlich wildvogeldichte Voliere. Geflügel darf gemäß Geflügelpest-Verordnung nicht mit Oberflächenwasser, zu dem Wildvögel Zugang haben, getränkt und ausschließlich an Stellen gefüttert werden, die für Wildvögel nicht zugänglich sind. Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, mit denen Geflügel in Berührung kommen kann, müssen für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden. Zudem sollten die Haltungseinrichtungen nur von befugten Personen unter Einhaltung von Hygienemaßnahmen (u.a. Schutzkleidung, Schuhwechsel, Händereinigung) betreten werden.
Krankes Geflügel soll durch einen Tierarzt auch auf Geflügelpest untersucht werden. Beim Umgang insbesondere mit krankem Geflügel ist der persönliche Schutz und das Tragen einer FFP2-Maske wichtig.
Die Hochpathogene Aviäre Influenza führt beim Hausgeflügel zu schweren Störungen des Allgemeinbefindens mit vielfältigen Krankheitsanzeichen wie Fressunlust, Atemnot, Schwellungen am Kopf, Durchfall und zentralnervösen Störungen. Hühner weisen eine sehr hohe Sterberate auf, während Enten und Gänse nicht so stark erkranken, das Virus so aber weiterverbreiten können.

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