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Stadt mahnt: Wasservögel bitte nicht füttern – Zum Schutz der Tiere und der Umwelt!

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 09.02.2024 / 18:01 Uhr von eb
Das Füttern von Enten und anderen Wasservögeln ist sehr beliebt, schadet aber den Tieren und der Umwelt. Darauf macht die Untere Jagdbehörde der Landhauptstadt Potsdam aufmerksam. „Wir appellieren an die Einwohnerinnen und Einwohner, die Fütterung der Wasservögel zu unterlassen und sich stattdessen lieber vom Uferbereich aus am gesunden Zusammenspiel der Tier- und Pflanzenwelt zu erfreuen. Das Füttern der Wasservögel ist unnötig, denn sie finden in ihrer Umgebung genug Nahrung, auch im Winter“, sagt Karsten Lauber, Fachbereichsleiter für Ordnung und Sicherheit der Landeshauptstadt Potsdam.

Gänse und Schwäne holen sich ihre Nahrung üblicherweise auf Äckern und Wiesen. Enten ernähren sich von Pflanzen von Ufer und Land, Wasserpflanzen, Beeren aber auch von tierischer Nahrung wie Würmer und Larven. Blesshühner versorgen sich selbst vorrangig mit Muscheln vom Grund der Gewässer. Selbst bei zugefrorener Eisdecke finden die Tiere im Uferbereich ausreichend Futter.
„Das ‚Betteln‘ von Enten in Städten ist eine Folge von zu intensiver Fütterung. Die Tiere wissen aus Gewohnheit, dass es etwas zu fressen gibt. Für sie ist es viel bequemer, das Futter vom Menschen anzunehmen, als sich selbst Nahrung zu suchen“, sagt Karsten Lauber. Falsch ernährte Tiere, unter anderem durch Brot, werden leicht anfällig für Krankheiten.
Einseitige Ernährung mit Brot führt außerdem nachweislich zu Nährstoffmangel und Beschwerden am Verdauungstrakt bei Vögeln. Dadurch kommt es zu vermehrter Kotausscheidung wodurch dem Wasser der ohnehin knappe Sauerstoff entzogen und somit die Entstehung von Faulgiften gefördert wird. Die biologischen und chemischen Prozesse dieses Abbaus verbrauchen große Mengen Sauerstoff, der den Fischen, anderen Wassertieren sowie der Pflanzenwelt dann fehlt. Besonders im Sommer kann es dadurch schnell zu einem „Umkippen“ der Gewässer kommen.
Ferner führt das Füttern an Gewässern dazu, dass insbesondere Schwäne nicht mehr wie üblich auf Äsungsflächen fliegen, sondern bis zum Zufrieren an der gewohnten Futterstelle ausharren. Dies führt dazu, dass sehr viele Tiere vorhanden sind und dadurch zu zunehmenden Ausscheidungen im Gewässer.
Auch an den Uferbereichen kommt es aufgrund der Fütterung vermehrt zu Verunreinigungen, durch die Schädlinge wie zum Beispiel Ratten angelockt werden. Fütterungen lösen zudem unnatürliche Streitigkeiten und Stress unter den Wasservögeln aus.
Weitere Folgen sind aber auch eine grundsätzliche Überpopulation sowie der Verlust der natürlichen Scheu vor Menschen, was zu einer erhöhten Gefahr für die Tiere führt, sich im Straßenverkehr zu verletzen oder sogar getötet zu werden. „Aus all diesen Gründen ist es laut Stadtordnung auch nicht gestattet, die Wildtiere zu füttern“, so Karsten Lauber.

Bilder

Foto: LHP/Celina Richter
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