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Brandenburger Unternehmen fordern Abbau von EU-Bürokratie zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit

Politik
  • Erstellt: 01.04.2024 / 20:01 Uhr von ant
Die Industrie- und Handelskammer Potsdam informiert: Nach einer neuen IHK-Umfrage spüren auch Brandenburgs Unternehmen die Abnahme der EU-Attraktivität und fordern den Abbau der bürokratischen Hürden.

„Die aktuellen geopolitischen Spannungen erfordern ein engeres Zusammenrücken mit unseren Nachbarländern. Der EU-Binnenmarkt bietet beste Geschäftschancen, die es im internationalen Handel weiter als strategischen Vorteil zu nutzen gilt. Nur durch eine verlässliche und abgestimmte Politik in zentralen Themen kann die Wettbewerbsfähigkeit aller EU-Unternehmen bestmöglich gestärkt werden.“ Das sagt Potsdams IHK-Präsidentin Ina Hänsel für die Landesarbeitsgemeinschaft der Brandenburger Industrie- und Handelskammern (LAG) zu den jetzt veröffentlichten Ergebnissen einer deutschlandweiten IHK-Umfrage unter den Unternehmen im Vorfeld der bevorstehenden Europawahlen am 9. Juni.

Gefragt wurde: Zieht Ihr Unternehmen Nutzen aus der europäischen Integration? Welche wirtschaftspolitischen Themen sollten auf EU-Ebene nach der Wahl prioritär angegangen werden? Wie wirkt sich die Umsetzung bestimmter EU-Initiativen auf die Wettbewerbsfähigkeit ihres Unternehmens aus? Wie hat sich die Attraktivität der EU als Unternehmensstandort in den letzten fünf Jahren entwickelt? Knapp 3.000 Unternehmen haben sich bundesweit hierzu geäußert – darunter auch Brandenburger Firmen.

Die Antworten zeichnen ein eindeutiges Bild: Einerseits spüren deutsche Unternehmen greifbare Vorteile im EU-Raum. Insbesondere der gemeinsame Währungsraum, der Zugang zu europäischen Märkten und die einheitlichen EU-Normen sind für die Geschäftsentwicklung von großer Bedeutung. Hierbei wird die Stabilität des EU-Wirtschaftsraums als besonders wichtig erachtet.

Andererseits zeigt knapp jede zweite Antwort, dass die Attraktivität der EU als Standort in den vergangenen fünf Jahren abgenommen hat. Ina Hänsel sagt: „Unsere Unternehmen senden damit eine klare Botschaft: Die Wettbewerbsfähigkeit Europas steht auf dem Spiel. Die Wirtschaft erwartet jetzt positive Signale der Politik hinsichtlich der Standortbedingungen, statt weiterer Eingriffe in die unternehmerische Entscheidungsfreiheit.“

So fordern mehr als 90 Prozent der antwortenden Unternehmen, dass die EU nach der Wahl den Bürokratieabbau fokussieren muss. Gerade der Umfang von Anzeige-, Melde-, Statistik- und Nachweispflichten, wie etwa in der kürzlich beschlossenen europäische Lieferkettenrichtlinie, hemmen wirtschaftliche Aktivitäten sowie die Wettbewerbsfähigkeit und überfordern insbesondere kleine und mittlere Unternehmen. Daher muss die Reduktion bürokratischer Belastungen oberste Priorität haben.

„Das sind ernstzunehmende Rückmeldungen, die sich sowohl im Landes- als auch im Bundestrend widerspiegeln“, so Ina Hänsel für die IHK-LAG. „Damit liegen einmal mehr konkrete Forderungen zur Verbesserung der Standortfaktoren auf dem Tisch. Die Unternehmen wissen um ihre Verantwortung und wollen anpacken, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas und der Metropolregion zu stärken. Sie brauchen aber endlich Rückenwind und mutige sowie verlässliche Signale durch die Politik.“

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