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Sahra Wagenknecht am Luisenplatz

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 07.06.2024 / 15:01 Uhr von Christiane Fuchs
Rund 3000 Menschen kamen am Donnerstagnachmittag zum Luisenplatz am Brandenburger Tor, um die wohl aktuell populärste deutsche Politikerin live zu erleben: Sahra Wagenknecht. Die Wahlkampfveranstaltung des Bündnisses Sahra Wagenknecht in Kooperation mit der kommunalen Ebene „Bündnis für Vernunft und Gerechtigkeit“ fand bei strahlendem Sonnenschein statt und zog einen sehr heterogenen Querschnitt der Potsdamer Bevölkerung an: Junge und Alte, Männer und Frauen, neue und ehemalige Parteigenossen und Menschen, die man bisher eher in anderen Parteien verorten konnte.

Nach der Eingangsrede von Ruth Firmenich, die bei der kommenden Europawahl am 9.6. kandidiert, stand um 16.20 Uhr Sahra Wagenknecht auf der Bühne. Mit ihren Worten erreichte sie die Menschen. Viele stimmten ihr während ihrer Rede zu. So war immer wieder zu hören: „Genau!“, „Ja, so ist es.“ oder „Bravo!“ Und natürlich viel Applaus.

Sahra Wagenknecht kritisierte die aktuelle Politik im Allgemeinen und im Besonderen. Es ging um Altersarmut, um zu hohe Energiepreise, um die schwache Wirtschaft, um Inflation, um die Bildungs- und Gesundheitspolitik und um die Außenpolitik in Verbindung mit Deutschlands Rolle im Ukrainekrieg. Ihre Kritik untermauerte sie mit Fakten und Zahlen und stellte auch Lösungsansätze vor.

Beispielsweise analysierte sie die falsche Anreizsetzung im Krankenhauswesen. Seit der Gesundheitsreform würden Krankenhäuser massiv auf Rendite getrimmt, mit der Folge, dass es in Deutschland weltweit die meisten Knie- und Hüft-OPs gäbe, die letztlich das System teurer machten. Ob gegebenenfalls eine alternative preisgünstigere Behandlungsmethode sinnvoller wäre als eine OP, würde gar nicht mehr von den Ärzten geprüft.

„Wir haben eine Regierung, die keinen Plan hat, sondern neue Probleme schafft“, so Sahra Wagenknecht in ihrer Rede. Zudem prangerte Wagenknecht an, dass man das Gefühl haben müsse, dass viele Politiker gar nicht wüssten, welche Probleme die Menschen haben. Und führte in dem Zusammenhang u.a. die Unkenntnis über die Durchschnittsrente einer Ricarda Lange an, die sich in einer bekannten Talkshow vor einiger Zeit offenbart hatte.

Nach dem Auftritt stand die Politikerin den Menschen noch für Autogramme und kurze Talks eine Weile zur Verfügung.

Eine potenzielle Erstwählerin sagte über Sahra Wagenknecht: „Sie hat alle Punkte getroffen, ich bin sehr beeindruckt.“

Eine Mittzwanzigerin zeigte sich ebenfalls beeindruckt, fand viele Punkte richtig: „Wir sollten uns in Deutschland auch mehr auf die Jugend fokussieren und vor allen Dingen dazu beitragen, den Krieg zu beenden, und ihn nicht noch weiter anheizen.“

Ein Mann Mitte 50 meinte: „Ich finde es ganz wichtig, dass man sich für die breite Masse der Bevölkerung einsetzt. Den Krieg muss man beenden. Es muss aufhören, denn es gibt keine Gewinner dabei. Das zweitwichtigste Thema ist dann der Erhalt des Industriestandortes Deutschland. Das ist ja aktuell eine Tragödie, wir lassen uns hier verarschen. Die aktuelle Politik hat mit Vernunft wirklich nichts zu tun."

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