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Inklusionspreis verliehen

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 30.11.2025 / 15:01 Uhr von eb
Unter dem Motto „Heute ausgezeichnet – Morgen selbstverständlich!“ hat die Landeshauptstadt Potsdam am gestrigen Samstag zum zweiten Mal den Inklusionspreis verliehen. Insgesamt 15 Projekte und Initiativen hatten sich laut Anhaben der Stadtverwaltung beworben, um ihr Engagement für Barrierefreiheit, Teilhabe und ein inklusives Miteinander sichtbar zu machen. Die Preise wurden von Oberbürgermeisterin Noosha Aubel, der Beauftragten für Menschen mit Behinderung, Dr. Tina Denninger, der Schirmherrin und paralympischen Schwimmerin Verena Schott sowie Vertretungen des Beirats für Menschen mit Behinderung übergeben.

Oberbürgermeisterin Noosha Aubel, die den Hauptpreis übergab, betonte: „Die preisgekrönten Projekte zeigen, wie vielfältig Inklusion in Potsdam gelebt wird: von digitaler Barrierefreiheit über kreative, leicht zugängliche Kulturangebote bis hin zu offenen Austauschformaten, die Menschen miteinander verbinden. Sie machen sichtbar, dass Inklusion dort gelingt, wo Menschen hinschauen, Verantwortung übernehmen und gemeinsam Lösungen finden. Dieses Engagement verdient nicht nur Anerkennung, sondern auch Unterstützung und Nachahmung.“

Den 1. Platz erhielt das Projekt BarriereBusters der Potsdamer Bürgerstiftung. Das Team sensibilisiert seit 2024 für Barrierefreiheit und Ableismus, bietet Workshops und Beratungen an und baut die digitale Karte „Barrierefrei in Potsdam“ stetig aus. Die Barriere-Challenge 2025 brachte über 180 Menschen dazu, Barrieren in der Stadt sichtbar zu machen und neue Orte zu erfassen. Das Projekt setzt auf die Stärkung der Betroffenenperspektive.

Der 2. Platz geht an das Wortkarussell, dem kreativen Schreibkreis im Haus der Begegnung. Seit 1990 bietet der Kreis einen offenen, barrierefreien und vielseitigen Raum für Menschen jeden Alters und jeder Herkunft. Regelmäßige Treffen, Schreibangebote in einfacher und Leichter Sprache, generationenübergreifender Austausch und öffentliche Lesungen prägen die inklusive Arbeit des Kreises.

Mit dem 3. Platz wurde der Stammtisch Inklusion ausgezeichnet, der seit rund 15 Jahren Menschen aus Selbstvertretung, Verwaltung, Politik, Vereinen, Unternehmen und der Nachbarschaft miteinander vernetzt. Die monatlichen Treffen bieten einen offenen, niedrigschwelligen Austauschraum für alle, die sich für Inklusion interessieren oder darin aktiv sind.

Die Beauftragte für Menschen mit Behinderung, Dr. Tina Denninger, betont: „Die heute ausgezeichneten Projekte zeigen, wie vielfältig, mutig und kreativ Inklusion in Potsdam gestaltet wird. Sie machen sichtbar, was gelingt, wenn Menschen zusammenstehen und Barrieren nicht akzeptieren, sondern anpacken. Mein großer Dank gilt allen Projekten, die sich beworben haben – wir sehen euch, und wir haben uns sehr über die Vielfalt und die hohe Qualität der eingereichten Beiträge gefreut. Die Jury hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. So viele Projekte wären es wert gewesen, ausgezeichnet zu werden – und genau das zeigt, wie stark die inklusive Stadtgesellschaft in Potsdam bereits ist.“

Aufgrund der sehr knappen Juryentscheidung wurde in diesem Jahr zusätzlich ein Sonderpreis vergeben. Ihn erhielt das Akzeptanzfestival, der Einzelfallhilfemanufaktur e.V., das 2025 mehr als 12.000 Besuchende erreichte. Mit Rollstuhlparcours, Workshops, vielfältigen Kulturformaten, Gesprächsrunden und barrierefreien Angeboten schafft das Festival Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung.

Der Inklusionspreis der Landeshauptstadt Potsdam wurde 2022 erstmals vergeben und geht in diesem Jahr in seine zweite Auflage. Er würdigt Projekte und Initiativen, die Barrieren abbauen, gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen und Inklusion im Alltag sichtbar machen. Bewerben konnten sich Einrichtungen, Vereine, Initiativen, Unternehmen und Einzelpersonen aus allen Bereichen des städtischen Lebens – von Bildung und Sport über Kultur und Soziales bis hin zu Mobilität und Wirtschaft.

Der Preis ist mit insgesamt 3.000 Euro dotiert. Bewertet wurden die Beiträge von einer unabhängigen Jury, die sich aus Vertretungen der Stadtverwaltung, des Beirats für Menschen mit Behinderung sowie inklusiver Einrichtungen und Vereine zusammensetzt. Im Mittelpunkt der Juryarbeit standen die Fragen, wie nachhaltig Barrieren abgebaut werden, wie stark Menschen mit Behinderungen einbezogen sind und in welchem Maße die Projekte Vorbildcharakter und Wirkung für die Stadtgesellschaft entfalten.

Im Rahmen der Veranstaltung wurde außerdem der Inklusionspreis der Universität Potsdam verliehen, der unter dem Motto „Bist du ein Hingucker – gemeinsam sichtbar werden“ Projekte auszeichnet, die Barrieren kreativ und nachhaltig abbauen. Die Universität betonte die Bedeutung inklusiver Strukturen im Hochschulalltag und würdigte das Engagement der Preisträgerinnen und Preisträger als wichtigen Beitrag zu einer offenen, vielfältigen Wissenschaftslandschaft. Die Würdigung wurde durch Dr. Barbara Obst-Hantel von der Universitätsgesellschaft Potsdam e.V. vorgenommen.

Der mit 500 Euro dotierte 1. Preis ging an den Lehrstuhl Schulentwicklung, vertreten durch Lara Collier, für das Vorhaben, die Barrierefreiheit von Räumen im Universitätslehr- und Studienorganisationsportal PULS sichtbar zu machen.

Den 2. Preis erhielt Leonie Rath für die Idee, im Werkstattkurs für Lehramtsstudierende des Faches Wirtschaft-Arbeit-Technik Metallrampen für Treppen herzustellen – ein praktischer, direkt anwendungsbezogener Beitrag für mehr Barrierefreiheit auf dem Campus.

Der 3. Platz wurde an Gesine Wegner für eine neuartige, barrierefreie Beschilderung von Toiletten für Menschen mit Behinderungen, sowie an Jojo Petters und Zsuzsa Pozorski, die einen Vorschlag für sehbehindertengerechte Treppenaufgänge in vier Treppenhäusern auf dem Campus Golm eingereicht haben, vergeben.

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