Die Kinder- und Jugendklinik Potsdam wird im April 2026 eine medizinische Kinderschutzambulanz einrichten. Sie gehört damit zu den ersten vier geplanten Standorten im Land Brandenburg. Die Einrichtung entsteht als Teil eines landesweiten Prozesses, der seit 2019 den Aufbau spezialisierter Strukturen im medizinischen Kinderschutz vorantreibt. Brandenburg verfügt bislang über keine dieser Versorgungsangebote.
Die Entwicklung wurde durch mehrere Schritte angestoßen: die Gründung der Landesarbeitsgemeinschaft KIA, Anträge bei der Kassenärztlichen Vereinigung zur Einrichtung von Institutsambulanzen sowie die Übernahme der Schirmherrschaft durch die Landes-Kinder- und Jugendbeauftragte Katrin Krumrey. Sie betont: „Kinderschutzambulanzen sind ein unverzichtbarer Baustein für eine wirksame und vernetzte Hilfe im Kinderschutz. Mit der Schirmherrschaft möchten wir gemeinsam die notwendige Unterstützung durch Krankenkassen, Landesbehörden, Kommunen, Politik und Klinikstandorte bündeln helfen und den gemeinsamen Umsetzungsprozess voranbringen.“
Die KIA Potsdam wird als interdisziplinäre Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche fungieren, bei denen ein Verdacht auf Misshandlung, Missbrauch oder Vernachlässigung besteht. Sie unterstützt Jugendämter bei der fachlichen Einschätzung von Gefährdungslagen, ermöglicht standardisierte medizinische Untersuchungen und fördert die abgestimmte Zusammenarbeit zwischen Medizin, Jugendhilfe und weiteren beteiligten Stellen. Darüber hinaus bietet sie Beratung für Fachkräfte und trägt zur landesweiten Qualitätssicherung im Kinderschutz bei.“
Dr. med. Petra Degenhardt, Ärztliche Direktorin der Kinder- und Jugendklinik Potsdam, erklärt: „Wir sehen in unserer Klinik täglich, wie wichtig klar strukturierte, fachlich unabhängige und interdisziplinäre Anlaufstellen im Kinderschutz sind. Die geplante Eröffnung der KIA Potsdam ist ein großer Schritt, um gefährdete Kinder und Jugendliche schneller zu schützen und die Zusammenarbeit aller beteiligten Instanzen zu stärken. Wir sind stolz, einer der ersten Standorte in Brandenburg zu sein und diesen dringend notwendigen Versorgungsbereich mit aufzubauen.““
Neben Potsdam sollen 2026 auch in Eberswalde, Lauchhammer und Neuruppin Kinderschutzambulanzen starten. Die Landesarbeitsgemeinschaft KIA sieht darin einen wichtigen Meilenstein und eine Grundlage für weitere Einrichtungen im gesamten Land Brandenburg.