Am Mittwoch, 7. Januar fand der Jahrespresseauftakt der Arbeitsgemeinschaft ‚Städte mit historischen Stadtkernen‘ in Potsdam in den Räumen der Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft statt. Nora Görke, die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft (AG) und zugleich Bürgermeisterin der Stadt Kyritz, begrüßte die Gäste, zu denen auch Detlef Tabbert, Minister für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg, gehörte.
Das Arbeitsmotto der AG im Jahr 2026 steht unter dem Motto: „Die Altstadt von morgen braucht kooperative, klimaangepasste Altstadtraumgestaltung!“ Dieser Titel sei zwar sperrig, verdeutliche jedoch den notwendigen Ansatz, die Altstädte multidimensional weiterzuentwickeln, so Nora Görke. „Altstadträume sind Orte der Identifikation, für die sich Menschen in hohem Maße interessieren und engagieren. Ihre Weiterentwicklung erschöpft sich nicht in einer einfachen Ausbesserungsmaßnahme, sondern ist eine komplexe Transformationsaufgabe, die verschiedene Akteure und Fachdisziplinen vereint und gleichzeitig im Sinne der Nutzenden zu gestalten ist.“
Kooperation sei vor diesem Hintergrund essentiell; alle Akteure einzubinden und mitzunehmen von großer Bedeutung, wenn die umzusetzenden Projekte gelingen sollen, führte Görke aus.
Als Netzwerk gehen die 31 Mitglieder der AG nun schon seit 35 Jahren die Stadterneuerung und Stadtentwicklung im Altstadtkern kooperativ an.
Und so sei das, was in der Stadtentwicklung in den letzten drei Jahrzehnten passiert ist, eine Erfolgsgeschichte, wie Minister Detlef Tabbert und Jan Juraschek, Baudezernent der Fontanestadt Neuruppin, feststellten.
In seinem Grußwort lobte Minister Tabbert die Arbeit von Kommunen, Eigentümern und vielen Engagierten vor Ort gleichermaßen, die dazu geführt hätte, dass sich die historischen Stadtkerne Brandenburgs zu einem Schaufenster der Städte entwickelt hätten.
Oder wie es Jan Juraschek in seinem Vortrag formulierte: „Stadtentwicklung geht am besten gemeinsam.“
Natürlich sind bei der Entwicklung der Innenstädte auch finanzielle Hilfen notwendig gewesen. In den vergangenen 34 Jahren hat das Land Brandenburg 4,1 Mrd. Euro in die Städtebauförderung investiert, wovon 1,7 Mrd. Euro in die historischen Stadtkerne flossen, so Tabbert.
Für die Jahre 2026 bis 2029 stellte Tabbert ein neues Instrument vor: „Wir geben allen Förderkommunen ein neues , flexibles Instrument an die Hand, mit dem Klimaanpassungsmaßnahmen im öffentlichen Raum bis zu einer Höhe von 200.000 Euro unbürokratisch und in Eigenverantwortung der Kommunen umgesetzt werden können.“ Zusätzlich gäbe es hierfür eine Erleichterung im Antragsverfahren und in der Entkoppelung der Zweckbindungsfrist.
Auch der Bund wolle seine Fördermittel aufstocken. „Für das Land Brandenburg würde das im Programmjahr 2029 eine Summe von voraussichtlich rund 80 Millionen Euro an Bundesmitteln bedeuten“, so Tabbert. Im Programmjahr 2025 waren es nur knapp 40 Millionen Euro gewesen.
Nora Görke stellte fest, dass es letztlich im Rahmen der Stadterhaltung und -erweiterung um 4 wesentliche Säulen ginge
- lebendige Lebensräume erhalten und entwickeln
- gute Erreichbarkeit gestalten und gewährleisten
- Wärmewende sinnvoll gestalten
- soziale Infrastruktur fördern.
Gerald Lehmann, Stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft und Bürgermeister der Stadt Luckau, merkte an, dass die Innenstädte nicht nur lebenswert sein müssten, sondern auch erlebbar. Passende Events seien hier von großer Bedeutung, um die Menschen in die Innenstadtkerne zu locken.
Daher hätte man als AG auch die Arbeit mit dem Theater 89 fortgesetzt. 2026 präsentiert das Theater unter dem Motto „Altstadt von morgen“ die satirische Komödie „Der eingebildete Kranke“ von Moliere. Das 350 Jahre alt Stück wird in den Sommermonaten regelmäßig aufgeführt in nahezu allen 31 Städten der AG. Premiere ist am 19. Juni in Dahme/Mark vor der Kulisse des alten Klosters.
Claudia Mucha, Leiterin der Geschäftsstelle, führte aus, dass diese Theaterreihe mittlerweile sehr beliebt sei, und viele Theaterlustige bewusst in genau jene Aufführungsorte fahren, die sie bislang noch nicht kannten. In Potsdam wird das Stück am 28. Juni auf dem Winzerberg und am 30. August auf dem Neuendorfer Anger zu sehen sein.
Auch Bernd Rubelt, Baubeigeordneter der Stadt Potsdam, freute sich, dass die Stadt Potsdam es möglich macht, dieses Event eben auch in Potsdam stattfinden zu lassen. Auch andere Events wären ggf. förderfähig. Gerade mit Blick auf die seit langem nicht mehr stattfindende Erlebnisnacht sei es denkbar, das Event in einer neuen Form wiederzubeleben.
Weitere Informationen unter [
www.ag-historische-stadtkerne.de]