Die Musikschule der Landeshauptstadt Potsdam soll auch künftig ein zentraler Ort für musikalische Bildung bleiben. Um die Unterrichtsqualität langfristig zu sichern, legt die Verwaltung den Stadtverordneten eine schrittweise Anpassung der Gebühren ab dem Schuljahr 2026/27 vor. Gleichzeitig werden die sozialen Ermäßigungen deutlich ausgeweitet.
Hintergrund sind gestiegene Kosten: Die Gebühren der städtischen Musikschule wurden in weiten Teilen seit 2011 nicht mehr angepasst. Seitdem haben sich unter anderem Personal- und Sachkosten, Honorare sowie Ausgaben infolge zusätzlicher Festanstellungen erhöht. Diese Entwicklung soll nun über mehrere Jahre hinweg moderat ausgeglichen werden.
Vorgesehen ist eine stufenweise Gebührenanpassung in drei Schritten zum 1. August 2026, 2027 und 2028. Je nach Unterrichtsform steigen die Gebühreneinnahmen ohne Instrumentenmieten zunächst um rund 8,5 bis 23 Prozent, in den Folgejahren um weitere 7,7 bis 12,7 Prozent sowie 7,1 bis 10,7 Prozent. Auch die Instrumentenmieten sollen schrittweise angepasst werden, um die Kosten realistischer abzubilden. Angebote mit sehr geringer Nachfrage sollen künftig entfallen.
Parallel dazu baut die Stadt die sozialen Entlastungen deutlich aus. Die Sozialermäßigung steigt von bislang 30 auf künftig 50 Prozent. Zudem wird der Kreis der Anspruchsberechtigten erweitert. Neben Leistungen nach SGB II und XII werden künftig auch Wohngeld, Kinderzuschlag, BAföG, Berufsausbildungsbeihilfe, Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz sowie der geplante Kultur- und Sozialpass anerkannt.
Auch Familien profitieren von neuen Regelungen. Die Geschwisterermäßigung greift künftig bereits ab dem zweiten Kind und fällt deutlich höher aus. Ab August 2026 sind 25 Prozent Ermäßigung für das zweite Kind vorgesehen, 50 Prozent für das dritte, 75 Prozent für das vierte und weiterhin 100 Prozent ab dem fünften Kind. Ermäßigungen gelten künftig nicht nur für Einzel- und Gruppenunterricht, sondern auch für Kurse.
Mit der geplanten Neuregelung verbindet die Stadt wirtschaftliche Notwendigkeiten mit sozialer Verantwortung. Ziel ist es, steigende Kosten abzufedern, die Qualität der Musikschule zu sichern und musikalische Bildung weiterhin für möglichst viele Menschen zugänglich zu halten.