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Digital gegen Gefäßerkrankungen

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 31.01.2026 / 17:01 Uhr von hvf
Die Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane und die Technische Hochschule Brandenburg haben ein gemeinsames Forschungsprojekt zur Behandlung von Gefäßerkrankungen vorgestellt. Das Projekt mit dem Namen „ECMAdigital“ setzt auf digitale und personalisierte Therapieansätze und wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung gefördert. Ziel ist es, Durchblutungsstörungen wirksamer zu behandeln und Amputationen zu vermeiden.
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Ausgangspunkt sind atherosklerotische Gefäßerkrankungen, die in Brandenburg weit verbreitet sind. Besonders die periphere arterielle Verschlusskrankheit gilt als eine der häufigsten Ursachen für chronische Durchblutungsstörungen. In Deutschland werden deshalb jedes Jahr mehr als 18.500 Amputationen oberhalb des Knöchels vorgenommen. Nach Angaben der Projektpartner könnten viele schwere Verläufe durch frühzeitige Diagnostik und gezielte Therapien vermieden werden.

Kern des Projekts ist ein von der MHB entwickeltes äußerlich anwendbares Therapieverfahren. Dabei wird der Blutfluss in Armen oder Beinen mithilfe von Manschetten gezielt gesteuert und zeitweise beschleunigt. PD Dr. Philipp Hillmeister, Projektleiter auf Seiten der MHB, erklärt: „Die Therapie imitiert gewissermaßen die positiven Effekte von Ausdauertraining auf die Gefäße, ohne dabei die Patientinnen und Patienten körperlich stark zu belasten. Diese sogenannte Flussmedizin eignet sich insbesondere für Patientinnen und Patienten, die krankheitsbedingt nicht ausreichend trainieren können oder bereits in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. “

Ergänzt wird die Methode durch einen personalisierten Ansatz. Prof. Dr. Andreas Johannsen von der THB erläutert: „Diese Patientendaten werden dazu in einer Datenbank systematisch erfasst und durch ein spezielles diagnostisches Verfahren ergänzt.“ Auf dieser Grundlage sollen mithilfe von KI-Analysen individuelle Therapieempfehlungen entstehen.

Bei der Projektvorstellung wurden unter anderem eine zentrale Datenbank, ein Fragebogen zu Beinschmerzen sowie ein Therapiegerät gezeigt. Die Präsidenten der beiden Hochschulen, Hans-Uwe Simon und Andreas Wilms, betonten: „ECMAdigital hilft Patientinnen und Patienten individuell und modern.“ Ziel sei es, Schmerzen zu reduzieren, die Mobilität zu verbessern und Amputationen zu vermeiden.

Bilder

THB-Präsident Prof. Dr. Andreas Wilms, Prof. Dr. Andreas Johannsen (THB), PD Dr. Philipp Hillmeister (MHB) und MHB-Präsident Prof. Dr. Hans-Uwe Simon (von links) stellten das neue gemeinsame Projekt ECMAdigital vor. Bildnachweis: THB/Norman Giese
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