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Buchen müssen weichen: Gehölzarbeiten im Mirbachwäldchen

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 02.02.2026 / 15:01 Uhr von hvf
Im Potsdamer Mirbachwäldchen führt die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg am Mittwoch, 4. Februar, notwendige Gehölzarbeiten durch. Ziel ist es, die Verkehrssicherheit in der historischen Gartenanlage zwischen dem Neuen Garten und dem Pfingstberg zu gewährleisten. Für die Arbeiten wird die Große Weinmeisterstraße an der Ecke Leistikowstraße zeitweise gesperrt.

Betroffen ist eine mehr als 150 Jahre alte Gruppe von Rotbuchen, darunter eine einstämmige und eine zweistämmige Buche. Die Bäume leiden an der sogenannten Buchenkomplexerkrankung, einem Zusammenspiel aus Trockenstress, Bodenverhältnissen und Schädlingsbefall. Sichtbare Folgen sind absterbende Rindenpartien, Stammfäulen und eine erhöhte Bruchgefahr. Im April 2024 war bereits ein belaubter Starkast ausgebrochen und auf einen Parkweg gestürzt.

Zur Beurteilung der Situation hatte die Stiftung einen öffentlich bestellten Sachverständigen hinzugezogen. Dieser empfahl angesichts der schlechten Entwicklung und der Risiken für die Verkehrssicherheit die Fällung der Bäume sowie Ersatzpflanzungen. Ein Kronenentlastungsschnitt im März 2025 stellte die Sicherheit nur vorübergehend her; im selben Jahr trieben die Buchen nur noch spärlich aus. Nach Zustimmung der Unteren Naturschutzbehörde erfolgt nun die Fällung.

Besondere Bedeutung kommt zwei Stämmen mit Einritzungen in kyrillischer Schrift zu, die an die Nutzung des Areals als sowjetisches Militärgelände von 1945 bis 1994 erinnern. Einer der geritzten Stämme bleibt aus ökologischen Gründen als Hochstubben und Erinnerungsmal erhalten. Der zweite wird der Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße übergeben. Als Ausgleich sind drei neue Buchenpflanzungen vorgesehen.

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