Logo

Kinderarmut – Deutsches Kinderhilfswerk fordert Kurswechsel

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 03.02.2026 / 17:01 Uhr von eb
Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert angesichts neuer Zahlen des Statistischen Bundesamtes ein entschiedenes Umsteuern in der Sozialpolitik. Die aktuellen Daten zeigen nach Einschätzung des Verbandes, dass die bisherigen Maßnahmen zur Bekämpfung der Kinderarmut nicht ausreichen. Im Vergleich zum Vorjahr ist die relative Armutsgefährdung von Kindern erneut gestiegen.

Bundesgeschäftsführer Holger Hofmann sieht darin ein klares Signal zum Handeln. „Die heute vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen zeigen eindeutig, dass die bisherigen sozialpolitischen Ansätze zur Reduzierung der Kinderarmut nicht wirken“, betont er. Aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes müsse die Bekämpfung der Kinderarmut endlich zur politischen Priorität werden. Ziel sei es, allen Kindern ein gesundes Aufwachsen und gleichwertige Lebensverhältnisse zu ermöglichen – unabhängig von sozialer Herkunft oder Wohnort.

Nach Auffassung des Verbandes kann dies nur durch ein Zusammenspiel mehrerer Maßnahmen gelingen. Dazu zählen eine eigenständige finanzielle Leistung für Kinder und Jugendliche, eine verlässliche Absicherung von Bildungs- und Teilhabebedarfen sowie niedrigschwellige, armutspräventive Angebote im direkten Lebensumfeld. Ergänzend seien Angebote zur Mitbestimmung sowie zu Sport und Spiel notwendig, um die Resilienz von Kindern zu stärken. Hofmann fordert hierfür ein klares Bekenntnis der Bundesregierung und konkrete Schritte, „die Kinderarmut wirksam bekämpfen und dadurch verhindern, dass noch mehr Kinder abgehängt werden“.

Besonders kritisch bewertet das Deutsche Kinderhilfswerk die langfristigen Folgen von Armut. „Je länger Kinder in Armut aufwachsen und unter Teilhabe- und Bildungsbenachteiligungen leiden, desto weitreichender sind die Langzeitfolgen für ihre Entwicklung und beruflichen Perspektiven“, so Hofmann. In Einrichtungen des Verbandes müssten Fachkräfte zunehmend grundlegende Versorgung übernehmen, während Bildungs- und Freizeitangebote in den Hintergrund rückten. Zudem seien bereits rund 30 Prozent der Nutzer der Tafeln Kinder, obwohl ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung deutlich geringer sei.

Aus Sicht des Deutschen Kinderhilfswerkes müssen Bund, Länder und Kommunen gemeinsam zusätzliche finanzielle Spielräume schaffen, um Kinderarmut spürbar zu reduzieren und die soziale Infrastruktur zu stärken. Investitionen in Kinder und ihre Familien seien langfristig auch eine Investition in gesellschaftlichen Zusammenhalt. „Wenn es um ihre Zukunftschancen geht, brennt es an allen Ecken und Enden“, warnt Hofmann und fordert durchgreifende Reformen zugunsten von Kindern und Jugendlichen. Entscheidend sei dabei auch, Kinder und Jugendliche stärker zu beteiligen und politische Entscheidungen nicht über ihre Köpfe hinweg zu treffen.

Dieser Artikel wurde bereits 254 mal aufgerufen.

Werbung