Insgesamt hat er über 170 Filme produziert. Darüber hinaus war er von 2005 bis 2016 Vorsitzender des Förderkreises des Filmmuseums und hat in dieser Zeit die Geschicke des Hauses stark geprägt, wie Christine Handke, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit des Filmmuseums, in ihrer Begrüßung betonte.
Über 100 Filmenthusiasten waren ins Filmmuseum gekommen. Darunter Mitglieder der Familie, u.a. die Töchter Anja und Gerit Kling, und viele Weggefährten des Jubilars. Bspw. einige Kolleginnen der Gruppe Kontakt der DEFA Dok-Filmproduktion, die Ulrich Kling leitete. Zu den Gästen zählten auch Toni Loeser, der 1974 in die Gruppe Kontakt kam und heute der Vorsitzende des Förderkreises ist, sowie Michael Düwel, Leiter Art Department Studio Babelsberg, und Matthias Platzeck, Brandenburger Ministerpräsident a.D.
Ein Leben für den Film Auf der Bühne berichtete Ulrich Kling im Gespräch mit Christine Handke über wesentliche Stationen seines Lebens. Aufgewachsen im thüringischen Altenburg, wollte er Journalismus oder Kamera an der Filmhochschule studieren. Ganz im Gegensatz zu der Idee des Vaters, der ihn eher als Student des Maschinenbaus oder der Kältetechnik gesehen hat. Nach einer zweijährigen Armeezeit, begann er 1961 schließlich an der Filmhochschule in Potsdam-Babelsberg Film-Produktion zu studieren.
Eigentlich wollte er zum Spielfilm. Im dritten Studienjahr ergab es sich jedoch, dass er in den DOK-Filmstudios in Alt-Nowawes ein Praktikum absolvierte. Es begann eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Regisseur Kurt Tetzlaff. An seiner Seite arbeitete Ulrich Kling zunächst als Assistent des Produktionsleiters, später als Produktionsleiter. Gemeinsam haben sie 50 Dok-Filme produziert.
„Kurt Tetzlaff war ein besessener Filmemacher“, erzählte Ulrich Kling. Gemeinsam hatten sie eine Linie: „Wir wollten Chronisten unserer Zeit sein, aber auch jene Dinge zeigen und benennen, die nicht so gut waren.“ So entstand bspw. ein Film über die Zerstörung von Dörfern zugunsten eines Braunkohle-Tagebaus. Die Aufgabe ihrer Häuser war nicht für alle Bewohner ein Segen, die nun eine Neubauwohnung beziehen konnten, es gab auch viel Tränen und Wut. „Das zu zeigen, dafür hatte Kurt immer gekämpft“, so Ulrich Kling.
Nach der Wende versuchte er gemeinsam mit Kollegen die DOK-Film zu retten, später wechselte er zu Studio Babelsberg, wo er dann doch noch zum Spielfilm kam: 14 Jahre lang war er dort Produktionsleiter für Spielfilme.
Ein nahezu unbekannter Film über Erwin Geschonneck Nach dem Gespräch zeigte das Filmmuseum den Film „Lebenszeichen - Notizen über Erwin Geschonneck“, unter der Regie von Kurt Tetzlaff, produziert von Ulrich Kling. Der Dokumentarfilm entstand 1986 anläßlich des 80. Geburtstages des beliebten Schauspielers, der u.a. in Filmen wie „Karbid und Sauerampfer“ (1963) oder „Jakob, der Lügner“ (1975) die Hauptrollen spielte.
Eigentlich wollte das Fernsehen der DDR den Geburtstags-Film machen, ca. 30 Minuten lang und dabei viele Sequenzen aus dem filmischen Schaffen Geschonnecks zeigen, erinnerte sich Ulrich Kling. Doch Geschonneck war Dauergast bei den Dok-Film-Wochen in Leipzig gewesen. Was lag da näher als einen Dokumentarfilm über ihn zu machen? Dieser hatte dann eine Länge von 62 Minuten und zeigt den Schauspieler im Privaten wie auch an vielen Stationen seines Lebens, zu denen auch die Konzentrationslager in Sachsenhausen, Dachau und Neuengamme gehörten.
Einfühlsam schildert der Film seine Überlegungen – etwa sein inneres Ringen darüber, ob er im Film „Nackt unter Wölfen“ (1963) mitwirken sollte oder nicht. Schließlich ließ Geschonneck seine eigenen KZ-Erfahrungen in die Darstellung des Lagerältesten Walter Krämer einfließen.
Entstanden ist mit diesem Dokumentarfilm auch ein Zeugnis über die Grauen des Krieges und über das Wunder des Lebens, das man auch in harten Zeiten mit dem notwendigen Humor nehmen muss, wie Geschonneck betonte.
Interessanter Fakt auf den Ulrich Kling aufmerksam machte: Über den Film „Lebenszeichen - Notizen über Erwin Geschonneck“ findet man im Internet nichts.
Im Anschluß an die Matinee lud der Förderkreis zum Austausch bei Snacks und Getränken ein.
Mehr: [
www.filmmuseum-potsdam.de].