In seiner Brauerei „Kessel und Kelle“ in der David-Boltzmann-Straße im Potsdamer Centrum for Technology (PCT) zeigt der Ur-Potsdamer, dass man mit klassischen hellen Bieren, die beim Publikum besonders gefragt sind, sowie mit experimentellen Bieren, wie ein Funky Mango Bier, punkten kann. Seine neueste Kreation ist ein von den Belgiern inspiriertes Weizenbier mit beerigem Geschmack – ein echtes Sommer-Ale. Aktuell entwickelt der Gründer der Mikrobrauerei ein Sauerbier mit Johannisbeer-Note.
Klar ist: In seiner Manufaktur soll es immer wieder Neues zu entdecken geben. Probieren kann man alle Sorten im TapRoom, der auch zum Verweilen einlädt. Bei schönem Wetter sitzt man unter dem Vordach gut geschützt vor zu viel Sonne oder Wind.
Die Anfänge des Start-Up-Gründers waren bescheiden: Gebraut wurde auf dem heimischen Herd, in kleinen Mengen von fünf Litern. Es folgten erste professionelle Schritte auf 24 Quadratmetern im PCT mit kleinen Kesseln und viel Handarbeit.
2024 ergab sich die Chance, im PCT eine neue Fläche von 250 Quadratmetern zu übernehmen – ausreichend Platz für ein eigenes Sudhaus und größere Braukessel. Die Finanzierung des Ausbaus erfolgte mit Hilfe von Fördermitteln und Bankkrediten, u.a. mit Mitteln der ILB, der Hausbank und mit Rückenwind durch die Bürgschaftsbank. Kein einfacher Prozess, aber am Ende überzeugte das Konzept.
Produziert werden aktuell rund 4.000 Liter im Monat, bei einer möglichen Vollauslastung von etwa 8.000 Litern. Gebraut werden diese in Edelstahl-Tanks. Die halbautomatische Abfüllanlage schafft 250 Liter pro Tag. Die Flaschen werden noch von Hand etikettiert und verkorkt. Mit viel Liebe, versteht sich.
Rund 70% des flüssigen Goldes mit dem hopfigen Geschmack wird im TapRoom angeboten. Das gemütliche Feierabendbier gibt es immer donnerstags bis samstags von 16 bis 20 Uhr Uhr.
Pro Öffnungstag rechnet der Bierbrauer mit 80 bis 100 Besuchern. „Wir verkaufen nicht nur Bier, sondern einen Raum – einen Lifestyle“, beschreibt er sein Konzept. Es geht um Genuss, Atmosphäre und das Erlebnis: Bier soll hier bewusst und exklusiv erlebt werden.
Diese Philosophie spiegelt sich auch in der Gestaltung wider. Der offene Raum lässt das Handwerk sichtbar werden, Kunden können also sehen, wie das Bier entsteht. „Das schafft Transparenz, Transparenz schafft Vertrauen und Vertrauen verstärkt die emotionale Bindung zum Produkt“, erklärt Lucas Delliponti seinen Marketingansatz.
Neben Produktion und Vertrieb kümmert sich Ponti auch um die Gestaltung der Etiketten und der Medienarbeit – eine Fähigkeit, die er aus seinem früheren Beruf - er arbeitete rund 20 Jahre als Mediengestalter Bild und Ton - mitbringt. Die Arbeit führte ihn häufig ins Ausland – zu häufig, wie seine Familie schließlich anmerkte. Nach rund 20 Jahren im Angestelltenverhältnis zog er die Reißleine. „Jetzt oder nie“, lautete die Devise. Aus einem weiteren Hobby - nämlich Bier - wurde ein Beruf.
Inzwischen unterstützt ihn ein erster Angestellter. Ergänzend bietet er Tastings und Brauereiführungen an, war bereits auf der Grünen Woche vertreten und denkt über einen zweiten TapRoom in der Potsdamer Innenstadt nach. Sein Ziel formuliert Lucas Delliponti klar: Er will eine Marke etablieren, die für Potsdam steht. Gleichzeitig bleibt er realistisch – Wachstum ja, aber nicht um jeden Preis. Eine ausgewogene Work-Life-Balance gehört für ihn ebenso zum Erfolg wie volle Tanks. Denn am Ende soll nicht nur das Bier gut sein, sondern auch das Leben drumherum.
Mehr Infos:
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www.kesselundkelle.de]
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www.marketingclub-potsdam.de]