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Rechenzentrum lehnt Abriss-Klausel ab

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 01.05.2026 / 16:01 Uhr von hvf
Sieben Jahre weiter nutzen, ja. Einem Abriss zustimmen, nein. So lässt sich das Ergebnis der Vollversammlung der Mieter des Potsdamer Rechenzentrums am Dienstagabend zusammenfassen. Die Stadt hatte eine siebenjährige Weiternutzung vorgeschlagen, verbunden mit einer rechtsverbindlichen Festschreibung des späteren Abrisses.

Die Mieter sehen dafür keinen Grund. Die Stiftung Garnisonkirche könne nach jetziger Rechtslage ohnehin Baufreiheit verlangen, sobald sie in der Lage sei, ein Kirchenschiff zu bauen. Eine darüber hinausgehende Festlegung sei nicht nötig.

Zudem warnen die Mieter: Eine Laufzeit von nur sieben Jahren würde die geplante bauliche Ertüchtigung des städtischen Gebäudes verhindern, die schrittweise aus den Mieteinnahmen finanziert werden soll. Auch die Restaurierung des denkmalgeschützten Mosaiks durch die Wüstenrot-Stiftung stünde auf der Kippe. Das Rechenzentrum läuft seit über zehn Jahren ohne öffentliche Förderung, finanziert allein aus Mieteinnahmen.

Den engen Zeitplan empfinden die Mieter als Erpressung: Eine Weiternutzung ab dem 1. August 2026 gebe es nur, wenn man jetzt einem späteren Abriss zustimme. Das Rechenzentrum beherbergt mehr als 300 Mieter und zählt jährlich rund 75.000 Besucher.

Gegen einen Abriss sprechen aus Sicht der Mieter auch klimapolitische Gründe. Erinnerungspolitisch brauche es das Rechenzentrum in einer Stadt, in der bereits zahlreiche Solitärbauten aus der DDR-Zeit gegen den Widerspruch der Stadtgesellschaft abgerissen worden seien.

Bilder

Foto: Christian Morgenstern
Foto: Kristina Tschesch
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