Wenn sich jedes Jahr die ersten warmen Sonnenstrahlen über die barocken Fassaden legen und der Duft von frisch gebackenem Flammkuchen durch die Luft zieht, beginnt auf dem Luisenplatz in Potsdam eine ganz besondere Zeit: Es ist Weinfest! Seit 30. April bieten wieder über 10 Weingüter aus Deutschland und Österreich ihre weißen, rosèfarbenen und roten flüssigen Köstlichkeiten an.
Seit nunmehr einem Jahrzehnt verwandelt sich der Platz in ein lebendiges Mosaik aus Weinständen, Lichterketten und Stimmengewirr. Denn seit Mai 2017 gibt es das Weinfest alljährlich im Frühling und auch im Spätsommer.
Winzer aus den Regionen Rhein-Hessen, Rheinland-Pfalz, von der Mosel oder aus dem österreichischen Kamptal haben ihre besten Tropfen mitgebracht – von fruchtig-leichten Weißweinen bis hin zu samtigen Rotweinen. Alle schmecken nach langen Sommerabenden und guten Gesprächen mit den Winzern vor Ort oder mit guten Freunden.
Deshalb ist auch Maike Dencker hier: „Es ist das erste sommerliche Wochenende und was kann es da Schöneres geben als ein Glas Wein am Brandenburger Tor. Sich hier mit guten Freunden zu treffen, das ist echte Lebensfreude.“ So sieht das auch das Ehepaar Pludra, die sich hier mit ihren Kindern treffen, „um mit dem Wein auch die Leichtigkeit des Lebens zu genießen.“
Doch es ist nicht nur der Wein, der dieses Fest so einzigartig macht. Es sind die kleinen Momente dazwischen: das leise Klirren der Gläser, ein Lachen, das durch die Reihen klingt, Straßenmusik, die sich sanft mit dem Stimmengewirr vermischt. Am Samstag spielte kein Geringerer als der aus Moskau stammende Knopfakkordeonspieler Maxim Shagaev, der zugleich Absolvent des Rimski-Korsakov-Konservatorium in St. Petersburg ist. Mit seiner Musik brachte er die Leute sogar zum Tanzen. Textsicher sangen die Weinseeligen das Lied von Cordula Grün mit.
Übrigens: Demnächst ist Maxim Shagaev live in der Johanniskirche in Brandenburg an der Havel zu erleben. Dann übernimmt er in dem Stück ‚Monroe & Kinski‘ den musikalischen Part.
Bis Mitte Mai will das Weinfest seine Besucher noch verführen und Menschen zusammenbringen. Dies täglich bis 22 Uhr, außer am letzten Tag, 17. Mai, dann nur bis 18 Uhr.