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35 Jahre Städtebauförderung in Brandenburg

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 04.05.2026 / 18:01 Uhr von hvf
Vernagelte Fenster, bröckelnde Fassaden, ganze Straßenzüge kurz vor dem Aus: So sah es Anfang der 1990er-Jahre in vielen brandenburgischen Städten aus. 35 Jahre später sind die Stadtzentren im Land zu über 90 Prozent saniert. 401 Städte und Gemeinden erhielten seit 1991 rund 4,1 Milliarden Euro aus der Städtebauförderung. Jeder investierte Euro zog im Schnitt sieben Euro an privaten Investitionen nach sich. Bei einer Veranstaltung in Potsdam hat das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung dieses Engagement heute gewürdigt. Am Brandenburger Tor zeigte eine Pop-up-Ausstellung den Wandel der vergangenen Jahrzehnte.

"Geld allein baut keine Städte", sagte Bauminister Robert Crumbach. Es brauche Menschen, die sich einmischen, anpacken und an ihre Stadt glauben. "Die Brandenburgerinnen und Brandenburger haben unser Land in den vergangenen 35 Jahren Haus für Haus, Straße für Straße und Platz für Platz schöner gemacht."

Wie stark der Wandel sein kann, zeigt Potsdam: Wo Anfang der 1990er-Jahre ganze Straßenzüge vom Abriss bedroht waren, prägen heute sanierte Quartiere wie die Potsdamer Mitte, die Schiffbauergasse oder die Gartenstadt Drewitz das Bild. Die Kunsthistorikerin Saskia Hüneke, seit der Wendezeit eine prägende Stimme der Potsdamer Stadtgesellschaft, erinnert sich: "Seit den 90er-Jahren haben wir in Potsdam leidenschaftlich um jedes Haus, den Schutz der Kulturlandschaft und um die Zukunft der Mitte gerungen."

Doch die Aufgaben werden nicht kleiner. Potsdams Stadtentwicklungs-Beigeordneter Bernd Rubelt betonte, dass es heute um weit mehr gehe als den Erhalt historischer Bausubstanz: neuen Wohnraum schaffen, Innenstädte klimaresilient umbauen, soziale und technische Infrastruktur sichern. Die bestehenden Förderprogramme reichten bei weitem nicht aus.

Eine kompakte Version der Ausstellung ist vom 26. Mai bis zum 7. Juni in den Bahnhofspassagen Potsdam zu sehen.

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