Sebastian Stielke, Mitarbeiter des Filmmuseums Potsdam und Vertreter der UNESCO City of Film Potsdam, stellte zunächst Neues und Wissenswertes über die FilmUni vor, die 1954 gegründet wurde. Erst waren ihre Wirkungsstätten über verschiedene Villen in Babelsberg verteilt, seit 2002 ist der Sitz der Universität am neuen Campus in der Marlene-Dietrich-Allee. In fünf Häusern, die über Atrien verbunden sind, werden 14 Studiengänge angeboten. Interessant zu wissen: Man kann hier auch studieren, ohne eingeschrieben zu sein.
Das Filmmuseum ist seit einigen Jahren ein An-Institut der FilmUni. Es widmet sich dem Bewahren und Präsentieren historischer Archivalien und natürlich dem Forschen. Sein Filmarchiv wurde deshalb in der Medienstadt angesiedelt, direkt gegenüber der FilmUni, und vor zwei Jahren feierlich eröffnet.
Die kurzen Wege existieren aber auch zur Filmwirtschaft, die in Babelsberg ansässig ist. Dieser Mehrwert sei letztlich unbezahlbar, stimmte auch Tilo Schneider zu, der in seinem Vortrag auf die Film- und Kreativwirtschaft einging. In Potsdam wird nämlich nicht nur gedreht, aktuell drehen Colin Firth und Leonardo DiCaprio in der Medienstadt „Berlin-Noir“, wie die beiden Filmstädtler verrieten, sondern hier existiert die gesamte Entstehungs- und Verwertungskette in Sachen Medien und Film: vom Drehbuchautorenteam bis hin zum volumetrischen Studio. Technische Neuerungen fanden und finden in Babelsberg statt - bspw. der Countdown: eine Erfindung aus Babelsberg! Mehr als 220 Firmen der Medienwirtschaft mit mehr als 4.500 Beschäftigten haben sich hier angesiedelt. Der Kernbereich der Medienstadt hat immerhin eine Fläche von 46 Hektar.
Angefangen hat in Babelsberg alles 1911. Es war der Brandschutz, der die Berliner Filmszene aus Berlin geradewegs ins beschauliche Neu-Babelsberg bzw. Nowawes trieb. Denn Filmrollen waren schnell brennbar, und durften nur bei 4 Grad gelagert werden. Das war unter den Dächern von Berlin schwierig.
So machte sich Guido Seeber, Kameramann und Filmpionier, auf ins ländliche Umland. Flächen zum Drehen und Lagern fand er in Babelsberg. Sein Auftraggeber, Erich Zeiske, Direktor der Deutschen Bioscop GmbH, fand Gefallen daran. 1912 begannen die Aufnahmen zu „Der Totentanz“ in der Stahnsdorfer Straße, im Glasatelier einer ehemaligen Kunstblumenfabrik und in einem weiteren Backsteingebäude, das sich noch heute auf dem Gelände des RBB befindet. Die Gründung der UFA erfolgte 1917.
Nach viel beeindruckender Geschichte und den Entwicklungen der Neuzeit konnten sich die Mitglieder des Geschäftsnetzwerkes im besten Sinne vernetzen und sich über das kreative Potenzial der Medienstadt austauschen. Denn eines ist allen an diesem Abend bewusst geworden: Potsdam ist und kann mehr als nur Schlösser und Gärten.
Weitere Informationen:
[
www.bblsbrg.com]
[
www.filmuniversitaet.de]