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Der Klang der Stadt: Von Résistance bis Partyfeeling

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 06.05.2026 / 10:01 Uhr von Christiane Fuchs
Am Dienstagvormittag haben der Nikolaisaal und die Kammerakademie Potsdam (KAP) ihr neues Programm für die Saison 26/27 vorgestellt. Das Motto der Kammerakademie ist ‚Résistance‘, also Widerstand. Denn „Kunst trägt Verantwortung“, so Céline L. Couson, die kaufmännische Geschäftsführerin der KAP. Dabei ginge es gar nicht darum gegen etwas zu sein, sondern eher gelte der philosophische Ansatz von Hannah Arendt: „Widerstand entsteht nicht aus Wut, sondern aus dem Mut, die Welt zu lieben.“

Und so startet die Kammerakademie am 26. August in ihre 25-jährige Jubiläumssaison mit einer Parade durch die Stadt - quasi eine Liebeserklärung an Potsdam - , die mit einem Konzert bei freiem Eintritt in der Friedenskirche endet. Im Nikolaisaal können sich die Fans des Klangkörpers auf besondere Sinfoniekonzerte und Konzertklassiker freuen, die durch den Auftritt internationaler Instrumental- und Gesangssolisten bereichert werden.

François Leleux wirbt für das Widerstandsmotto, denn das Gute sei nicht - wie häufig von vielen geglaubt - nur einen Klick entfernt, so der Künstlerische Leiter und Dirigent der KAP. Nein! Vielmehr müsse man sich engagieren - auch gegen Widerstände - , um Gutes und Schönes anbieten zu können. Er freue sich daher um so mehr, eine zweite Saison mit der Kammerakademie zu erleben, die den Klangkörper auch ins Ausland führt. Das Ensemble begibt sich auf Konzertreisen nach Österreich, nach China und durch Südamerika.

Adriana Kussmaul, die künstlerische Geschäftsführerin der KAP, erklärte, dass man in dieser Saison Musik von Komponisten spielen werde, die selbst den Widerstand als Inspiration erlebt haben. So werden Stücke von Kurt Weill, Sergei Prokofiev, Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven aufgeführt.

Ein besonderes Highlight wird das Themenwochenende vom 16. bis zum 18. April 2027 sein.

Dieses widmet sich dem Komponisten Franz Schubert, der 2027 seinen 230. Geburtstag feiern würde. Seine Musik wird nicht nur im Nikolaisaal zu hören sein, sondern auch auf dem Wasser und auf einer Wanderung. Auf einer ganztägigen Schiffstour von Potsdam nach Werder und zurück präsentieren ein Streichquartett und ein Gesangsquintett die bekanntesten Schubert-Lieder. Lesungen mit Elke Heidenreich und Charly Hübner runden das Schubert-Wochenende im Nikolaisaal ab.

Der Nikolaisaal widmet sich in der kommenden Saision u.a. auch dem 80-jährigen Jubiläum der DEFA in einer DEFA-Musikfilm-Gala genauso wie dem 100-jährigen Jubiläum des UFA-Stummfilmklassikers Metropolis und zeigt dessen verschiedene Facetten aus musikalischer Sicht.

Weitere Eigen- und Fremdveranstaltungen sowie zahlreiche musikalische Vermittlungsprogramme für Kinder und Jugendliche runden das vielfältige Programm ab.

Sowohl der Nikolaisaal als auch die Kammerakademie werden von der Landeshauptstadt und vom Land Brandenburg gefördert. Drittmittel sind jedoch regelmäßig selbst zu erwirtschaften.

In der vergangenen Saison ist es dem Nikolaisaal gelungen, die Millionenmarke an eigenen Umsätzen zu knacken und 39.000 Zuschauer mehr für seine Veranstaltungen zu begeistern.

Wenn die Förderungshöhe so bliebe, wie bisher, dann wäre der Nikolaisaal bis ins Jahr 2029 gesichert, so Heike Bohmann, Geschäftsführerin des Nikolaisaals. Auf die Auslastung von 86% blicke man mit Stolz.

[www.nikolaisaal.de]
[www.kammerakademie-potsdam.de]

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