In ihrem Monitoring registrierte die beim Landesverband AndersARTiG angegliederte Fachstelle für geschlechtliche und sexuelle Vielfalt insgesamt 589 Meldungen zu queerfeindlicher Diskriminierung und Gewalt für das Jahr 2025. Dies entspricht einem erneuten Anstieg von rund 17 Prozent ggü. dem Vorjahr.
Laut BKA-Angaben sind auch bundesweit queerfeindliche Straftaten stark gestiegen: Die Polizei erfasste 2023 insgesamt 1.785 Fälle gegen lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche sowie andere queere Menschen, was einem Anstieg von etwa 50 Prozent im Vergleich zu 2022 (1.188 Fälle) entspricht. Die Zahl der Straftaten im Bereich „Sexuelle Orientierung“ und „Geschlechtsbezogene Diversität“ hat sich seit 2010 nahezu verzehnfacht.
Diese Bewegung komme laut Landesverband AndersARTiG klar im Alltag queerer Brandenburger an. Wer, aufgrund seiner sexuellen Orientierung und/oder geschlechtlichen Identität nicht ins Bild passe, habe heute ein vielfach höheres Risiko, Diskriminierung und Gewalt zu erleben, als noch vor der Pandemie. Der damit einhergehende Verlust an Lebensqualität führe auch dazu, dass erste LSBTIQ-Brandenburger das Land verlassen und wegziehen. Demgegenüber stehen die queeren Communities, die vor allem mit Demonstrationen und Veranstaltungen dagegenhalten. Binnen weniger Jahre hat sich die Anzahl von CSD- und Pride-Veranstaltungen im Land nahezu vervierfacht. Im laufenden Jahr werden voraussichtlich 26 CSDs und Pride-Events in Brandenburg stattfinden.
Hierzu erklärt Lars Bergmann, Leiter der Fachstelle für geschlechtliche uns sexuelle Vielfalt: "Es stimmt uns kämpferisch, dass queere Menschen vor Ort sich nicht in die Unsichtbarkeit drängen lassen, sondern aufstehen und sich für ihre Belange und für eine vielfältige Gesellschaft couragiert engagieren. Was wir allerdings auch brauchen, ist eine verlässliche Infrastruktur an Beratungs- und Anlaufstellen, queere Jugend- und Bildungsarbeit vor allem in den ländlichen Räumen. Dem Problem des Rechtsextremismus und der Queerfeindlichkeit werden wir nur dann kraftvoll begegnen können, wenn alle Landkreise sowie Städte und Gemeinden ihrer Verantwortung endlich gerecht werden und diese Ziele auch finanziell unterstützen. Bislang schiebt man da gerne die Verantwortung dem Land zu und übt sich lediglich in symbolpolitischen Aktivitäten. Es nützt aber niemandem, wenn die Regenbogenflagge gehisst wird, ansonsten aber Fehlanzeige herrscht, wenn man queere Beratungsstellen sucht. Der Schutz vor Diskriminierung und Gewalt ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe und nicht eine Privatangelegenheit derer, die betroffen sind. Der Landesverband AndersARTiG hat vor einiger Zeit hierzu eine Rahmenkonzeption vorgelegt, wie der Aktionsplan Queeres Brandenburg auf der kommunalen Ebene wirksam umgesetzt werden kann. Im Moment fehlen dazu, wie so oft, die nötigen Mittel. Wir fordern daher auch die Landesregierung dazu auf, diese Anstrengungen zu unterstützen und insbesondere bei der Haushaltsaufstellung für 2027/2028 entsprechend zu berücksichtigen."
Aus Anlass des Internationalen Tages gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit lädt die Landtagspräsidentin Prof. Ulrike Liedtke am 18. Mai um 12 Uhr zur Hissung der Regenbogenflagge im Innenhof des Landtags Brandenburg ein.
Hier eine Musikempfehlung, die das Thema sehr gut wiederspiegelt: [
Wilhelmine - Viele].
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