Auf der Freundschaftsinsel wird Klang zur Malerei: Der Künstler Michael Anthony Müller eröffnet am Donnerstag, 21. Mai, um 18 Uhr seine Ausstellung „Radiowaves“ im Ausstellungspavillon des BKV Potsdam. Zu sehen sind die Arbeiten bis zum 16. August, jeweils von Donnerstag bis Sonntag zwischen 13 und 17 Uhr, zusätzlich auch am Pfingstmontag.
Müllers Projekt bewegt sich an der Schnittstelle von Hören und Sehen. Ausgangspunkt seiner Arbeiten sind Radiowellen – genauer gesagt Musikstücke, die der Künstler in konkreten Momenten gehört hat. Frequenz, Sendezeit und Kontext werden dabei nicht nur dokumentiert, sondern zum Bestandteil der Werke selbst. Die Leinwände übersetzen akustische Eindrücke in visuelle Strukturen, die an Schwingungen und Oszillationen erinnern.
Die Ausstellung stellt dabei grundlegende Fragen: Wer ist eigentlich der Empfänger solcher Signale? Und was passiert, wenn Klänge nicht gehört, sondern „gesehen“ werden? Müller versteht sich in diesem Prozess als eine Art Relais – als Vermittler zwischen Radiowelle, Wahrnehmung und künstlerischem Ausdruck.
So entstehen Bilder, die weniger klassische Malerei als vielmehr Visualisierungen von Zeit, Erinnerung und Energie sind. Vergleichbar mit astrophysikalischen Darstellungen, die komplexe Daten in scheinbar greifbare Formen übersetzen, bewegen sich auch Müllers Arbeiten zwischen wissenschaftlicher Struktur und subjektiver Interpretation.
„Radiowaves“ lädt dazu ein, vertraute Wahrnehmungsmuster zu hinterfragen. Die Besucher begegnen Signalen aus der Vergangenheit – etwa Momentaufnahmen aus Autoradios oder Studiosituationen – die sich in den Gemälden als abstrakte Bewegungen niederschlagen. Dabei entsteht ein Spannungsfeld zwischen der Flüchtigkeit des Hörens und der Dauerhaftigkeit des Bildes.
Der Ausstellungspavillon ist über die Burgstraße oder vom Hauptbahnhof aus über die Lange Brücke erreichbar.