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Diogenes ist zurück im Neuen Palais

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  • Erstellt: 20.05.2026 / 14:01 Uhr von hvf
Guido Renis „Diogenes in der Tonne" hängt wieder an seinem Platz in der Oberen Galerie des Neuen Palais in Potsdam. Damit ist die Galerie italienischer Barockmeister, die Friedrich der Große 1768 einrichten ließ, nach drei Jahrzehnten erstmals wieder vollständig zu sehen.

Der in Bologna geborene Reni (1575–1642) gehörte zu den einflussreichsten Malern seiner Zeit. Friedrich der Große erwarb das um 1635 entstandene Gemälde für eine hohe Summe aus der Pariser Sammlung des Fürsten von Carignan. Als es 1766 in Potsdam eintraf, übte der König Kritik an den Draperien. Auffälliger sind allerdings die Proportionen der Figur: Die Beine wirken vergleichsweise kurz. Vermutlich war das Bild für eine erhöhte Hängung konzipiert und sollte aus der Untersicht wirken.

Genau diese Eigenheit führte dazu, dass die Forschung Renis Autorschaft immer wieder infrage stellte. Erst die genaue Untersuchung der Maltechnik während der Restaurierung zeigte, dass sie mit der charakteristischen Arbeitsweise des Künstlers übereinstimmt. Die Restaurierung und kunsthistorische Erforschung des Gemäldes und seines monumentalen Rahmens ermöglichte die Annemarie Hilgemann Stiftung.

Das Gemälde zeigt den griechischen Philosophen Diogenes von Sinope, der Besitz und gesellschaftliche Konventionen radikal ablehnte. Der Überlieferung nach schlief er zeitweise in großen Vorratsgefäßen, woraus später die Vorstellung entstand, er habe in einem Fass gelebt. Alexander der Große soll ihn dort aufgesucht und gefragt haben, wie er ihm dienen könne. Diogenes habe geantwortet: "Geh mir aus der Sonne."

Zusammen mit Renis "Selbstmord der Lukretia", zwei Werken von Artemisia Gentileschi und zwei Gemälden Luca Giordanos bildet der "Diogenes" die hochrangige Barockgalerie, wie Friedrich der Große sie zusammengestellt hatte.

Am 27. Mai bieten Gemäldekustodin Dr. Franziska Windt und die ehemalige SPSG-Restauratorin Bärbel Jackisch ab 17.10 Uhr eine Expertenführung zur Rückkehr des Gemäldes an. Treffpunkt ist das Besuchszentrum am Neuen Palais. Tickets gibt es unter [spsg.de] für 12 Euro, ermäßigt 10 Euro. Das Neue Palais ist mittwochs bis montags geöffnet, der Eintritt für die Grand Tour inklusive Oberer Galerie kostet 14 Euro, ermäßigt 10 Euro.

Bilder

Guido Reni, Diogenes in der Tonne, um 1635, SPSG, GK I 5393 © SPSG / Daniel Lindner
Wieder am ursprünglichen Platz: Guido Renis Gemälde „Diogenes in der Tonne“ in der Oberen Galerie des Neuen Palais © SPSG / Katja Wendler ­
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