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Migrationsmonitor zeigt Licht und Schatten

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 23.05.2026 / 14:01 Uhr von hvf
Rund 37.450 Menschen mit Migrationshintergrund leben in Potsdam, das entspricht knapp 20 Prozent der Stadtbevölkerung. 2010 lag der Anteil noch bei 7,5 Prozent. Die Zahl der Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit stieg seit 1991 von rund 1.100 auf mehr als 25.000. Das geht aus dem neuen Migrationsmonitoring hervor, das die Landeshauptstadt jetzt veröffentlicht hat.

Die Zahl der Einbürgerungen hat sich deutlich erhöht, allein 2025 waren es 639, mehr als viermal so viele wie 2016. An den Potsdamer Hochschulen waren im Wintersemester 2024/25 über 7.000 internationale Studierende eingeschrieben, das sind 23 Prozent aller Studierenden. 2015/16 lag der Anteil noch bei rund 10 Prozent. Besonders stark gewachsen sind in den vergangenen Jahren die Gruppen aus der Ukraine und Syrien.

Gleichzeitig bestehen Ungleichheiten fort. 40 Prozent der Haushalte mit Migrationshintergrund wenden mehr als ein Drittel ihres Einkommens für Miete auf, bei Haushalten ohne Migrationshintergrund sind es 31 Prozent. Deutsche Kinder besuchen laut Bericht fast doppelt so häufig ein Gymnasium wie nichtdeutsche Kinder. In der Stadtverordnetenversammlung haben nur drei von 56 Mitgliedern eine Migrationsbiografie, das sind 5,4 Prozent bei einem Bevölkerungsanteil von 20 Prozent.

Auch Diskriminierung bleibt ein Thema. Nach Angaben der Opferperspektive wurden 2024 in Potsdam 21 rechte Angriffe registriert, fast doppelt so viele wie in den beiden Vorjahren. Rassismus war mit elf Fällen das häufigste Tatmotiv.

"Migration und Vielfalt prägen Potsdam längst dauerhaft", sagt Dr. Amanda Palenberg, Beauftragte für Integration und Migration. "Unser Bericht zeigt, wie sich die Stadtgesellschaft verändert, wo Fortschritte erreicht wurden und in welchen Bereichen weiterhin Handlungsbedarf besteht."

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