Seit der Inbetriebnahme am Standort Ketzin an der Havel wurden zahlreiche Kinder und Jugendliche auf dem Therapieboot begleitet. Das deutschlandweit einzigartige Konzept verbindet moderne kinder- und jugendpsychiatrische Behandlung mit den positiven Effekten von Natur, Wasser und Bewegung. Für viele Patienten wurde die „Aquamarin“ damit zu einem geschützten Raum, der Stabilität, Vertrauen und Zuversicht ermöglicht.
"Die Entwicklung des vergangenen Jahres zeigt eindrucksvoll, wie groß der Bedarf an neuen, niedrigschwelligen und gleichzeitig hochqualifizierten Therapieangeboten für Kinder und Jugendliche ist“, erklärt Dr. Tanja Fischer, Vorständin der Kinderhilfe Potsdam.
Auch aus medizinischer Sicht fällt die Bilanz positiv aus. Das multiprofessionelle Team der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie am Klinikum Ernst von Bergmann berichtet von einer hohen Akzeptanz des Angebots bei den jungen Patienten sowie deren Familien. Besonders die naturnahe Umgebung und die außergewöhnliche Atmosphäre auf dem Wasser würden von vielen Kindern und Jugendlichen als beruhigend, motivierend und vertrauensfördernd erlebt.
Dr. Christian Kieser, Ärztlicher Direktor des Klinikum Ernst von Bergmann, betont die Bedeutung des Projekts für die Versorgung in Brandenburg: „Das Therapieboot zeigt, wie moderne Gesundheitsversorgung neue Wege gehen kann. Besonders in einem Flächenland wie Brandenburg brauchen wir innovative Konzepte, die medizinische Qualität, Patientenzentrierung und Lebensweltorientierung verbinden. Die ‚Aquamarin‘ hat sich innerhalb kurzer Zeit zu einem wichtigen Baustein unserer kinder- und jugendpsychiatrischen Versorgung entwickelt.“
Auch die Kinderhilfe Potsdam sieht sich durch die Entwicklung des ersten Jahres in ihrer Vision bestätigt. Ihr Projekt „Seelenanker“ habe bundesweit Aufmerksamkeit erhalten und werde inzwischen von Fachkreisen, Kliniken und gesundheitspolitischen Akteuren mit großem Interesse verfolgt.
„Vor einem Jahr war die Taufe der ‚Aquamarin‘ für viele Menschen noch eine mutige Idee“, sagt Dr. Tanja Fischer. „Heute sehen wir, dass daraus ein konkreter Ort der Hilfe geworden ist. Diese Entwicklung wäre ohne die enorme Unterstützung vieler Spenderinnen und Spender, Partnerinnen und Partner sowie der Politik nicht möglich gewesen.“
Parallel zum erfolgreichen Betrieb der „Aquamarin“ laufen die Planungen für das zweite Therapieboot weiter. Ziel des Projekts „Seelenanker“ bleibt es, weitere Therapieplätze für Kinder und Jugendliche mit psychischen Erkrankungen zu schaffen und neue Wege in der psychiatrischen Versorgung zu etablieren. Aktuell werden noch Spenden für das zweite Hausboot benötigt. Es fehlen noch 450.000 Euro.
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