Wer versorgt Potsdam künftig mit Trinkwasser und entsorgt das Abwasser? Diese Frage treibt die Stadtpolitik seit einem Urteil des Oberverwaltungsgerichts 2025 um. Das Gericht hatte Mängel bei der Transparenz und Nachvollziehbarkeit der Gebührenstrukturen festgestellt. Die Stadtverordneten kündigten daraufhin den bestehenden Vertrag zum 31. Dezember 2027.
Am Mittwoch, 27. Mai, stellte die Verwaltung dem Hauptausschuss die Ergebnisse einer Markterkundung vor. Dafür waren Fachunternehmen zu Themen wie Infrastruktursicherung, Personal und Wirtschaftlichkeit befragt worden. Das Ergebnis: Mehrere Betriebsmodelle kommen grundsätzlich in Frage. Vorteile sieht die Analyse vor allem dort, wo Aufgaben und Entscheidungswege stärker gebündelt werden. Das spare Schnittstellen, mache Investitionen planbarer und verbessere den Zugang zu Fachwissen.
Details zu den geprüften Modellen bleiben unter Verschluss. Die Informationen seien vergabe- und wettbewerbsrelevant, so die Stadt. Ab August 2026 soll das Vergabeverfahren starten, im kommenden Jahr dann die neue Struktur stehen.
Die Stadt betont, dass der kommunale Einfluss gesichert bleiben muss. Auch stabile Gebühren, Versorgungssicherheit und der Erhalt der Arbeitsplätze seien nicht verhandelbar.