Die Idee zur Ausstellung entstand vor mehr als zwei Jahren. Dessen Vorsitzender Markus Wicke erklärte in seiner Begrüßungsansprache: „Uns interessierte der zeitgenössische Blick auf die Potsdamer Mitte. Wie sieht ein Künstler von außen den rekonstruierten Alten Markt von heute? Dass die Wahl auf Christopher Lehmpfuhl fiel, war kein Zufall, denn Lehmpfuhl beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Veränderung von Stadtbildern, vor allem in seiner Heimatstadt Berlin.“
Der Blick von außen war wichtig, um einen möglichst unvoreingenommenen Sichtweise auf den Alten Markt zu gewährleisten. Auch deshalb fiel die Wahl auf Christian Lehmpfuhl. Zudem soll diese Ausstellung ein Pendant zur parallel im Potsdam Museum zu sehenden Ausstellung „Platz für Neues“ sein. Diese zeigt die historischen Entwicklung des Alten Marktes in Gemälden und Fotos.
Oberbürgermeisterin Noosha Aubel fand in ihrem Grußwort viel Lob für das Engagement des Fördervereins - er sei ein Gewinn für das Museum und die Stadt gleichermaßen.
In einer kurzweiligen Podiumsdiskussion sprachen Noosha Aubel, Christopher Lehmpfuhl, Tilman Treusch, der Kurator der Ausstellung, Dr. Steller sowie Markus Wicke über die Ausstellung, die Art ihrer Präsentation und die Bedeutung von Kunst und Kultur. Diese könne man gar nicht hoch genug schätzen, führte Noosha Aubel aus, denn Kunst sei immer auch ein Wirtschaftsfaktor und ein Gesprächsanlass.
Dr. Steller erinnerte daran, dass das Potsdam Museum seit 2012 seinen Sitz im Alten Rathaus am Alten Markt hat. Die Geschichte von Zerstörung und Wiederaufbau des Platzes werde in der Ausstellung „Platz für Neues“ eindrucksvoll dokumentiert. „Der Alte Markt hat in den vergangenen 80 Jahren mehr Krisen durchlebt als manch ein Mensch in seinem ganzen Leben“, bemerkte Steller.
Für Christopher Lehmpfuhl war es deshalb besonders wichtig, den heutigen Zustand des Platzes künstlerisch festzuhalten. Wer den Alten Markt heute betrachte, könne leicht den Eindruck gewinnen, das Ensemble sei über Jahrhunderte organisch gewachsen. Tatsächlich ist dies nicht der Fall. Daher habe es sich angeboten, den Platz sowohl aus der Vogel- als auch aus der Froschperspektive zu malen. Ein Werk entstand vom Turm der Nikolaikirche aus. Die größte Herausforderung sei dabei weniger das Malen als vielmehr das Hinauf- und Hinuntertragen der großen Leinwand gewesen, berichtete der Künstler schmunzelnd.
Lehmpfuhl zeigte sich dankbar für den Auftrag und die außergewöhnliche Möglichkeit, sich ein ganzes Jahr lang mit dem Alten Markt auseinanderzusetzen. „Das war unglaublich“, sagte er. Die lange Beschäftigung mit dem Ort habe ihm geholfen, dessen Formensprache und Atmosphäre besser zu verstehen. Auch viele Passanten hätten seine Arbeit verfolgt und sich gefreut, seine Mal-Performances unmittelbar miterleben zu können.
Kurator Tilman Treusch hob die besondere Arbeitsweise des Künstlers hervor: „Er malt mit den Händen, umgeben von Geräuschen und Gerüchen, bei Sonne, Wind, Kälte, Regen und Schnee. Beim Betrachten spüren wir diese physische Unmittelbarkeit. Wir sehen, dass Natur und Atmosphäre nicht bloß dargestellt sind. Die besondere Faszination von Christopher Lehmpfuhls Malerei liegt für mich in der Verbindung von unmittelbarer Wahrnehmung und eruptivem Farbauftrag: Die Bewegung, das Wetter und die Atmosphäre ihrer Entstehung sind seinen Bildern derart intensiv eingeschrieben, dass wir beim Ansehen die Elemente beinahe selbst zu erleben glauben.“
Finanziert werden konnte das Projekt durch eingeworbene Spendengelder des Fördervereins, Mittel des Potsdam Museums sowie Sponsoringgelder der Pro Potsdam beziehungsweise des Sanierungsträgers Alter Markt. Mit der Wall GmbH konnte zudem ein Medienpartner gewonnen werden.
Bevor die Gäste dann in den Ausstellungsraum gingen, gab es noch ein großes Dankeschön von Dr. Steller an Markus Wicke und viel Applaus seitens des Publikums.
Mehr Informationen: [
www.potsdam-museum.de].