Der digital gestützte Medikationsplan in der elektronischen Patientenakte (ePA) stößt im Land Brandenburg auf breite Zustimmung. 89 Prozent begrüßen die neue Funktion. Ebenso viele erwarten, dass der Plan dabei hilft, gefährliche Wechselwirkungen zwischen Medikamenten zu vermeiden. Das ergab eine repräsentative forsa-Umfrage im Auftrag der AOK unter 501 gesetzlich Versicherten.
Relevant ist das für viele: 45 Prozent der Befragten nehmen regelmäßig drei oder mehr verordnete Medikamente ein. Wer das tut, hat schon heute Anspruch auf einen Medikationsplan in Papierform. 30 Prozent der Betroffenen in Brandenburg haben laut Umfrage bisher jedoch keinen erhalten.
In den Arztpraxen komme das Thema laut Umfrage allerdings kaum vor. 77 Prozent derjenigen, die in diesem Jahr bereits eine Praxis aufgesucht haben, sagen, die ePA sei dort nicht angesprochen worden. Das, obwohl Praxen seit Oktober 2025 verpflichtet sind, die Akte zu befüllen. Nur rund jede Siebte gab an von Arzt oder Praxispersonal darauf angesprochen worden zu sein. 53 Prozent fühlen sich weniger gut oder gar nicht gut über die ePA informiert.
"Jetzt kommt es darauf an, Zustimmung in aktive Nutzung zu verwandeln", sagt Daniela Teichert, Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost. Die ePA entfalte ihr Potenzial erst, wenn Versicherte, Praxen, Kliniken und Apotheken die Möglichkeiten im Versorgungsalltag aktiv nutzten.
Seit dem 15. Juli läuft die Pilotphase für den Medikationsplan, zunächst in Modellregionen. Bis alle Praxis-Software-Systeme in Brandenburg die Funktion unterstützen, dauert es nach Angaben der Kasse bis zum Herbst.