Titel und Themen Der Ausstellungstitel geht auf den DEFA-Film „Solo Sunny“ (1980) zurück. Mit den Worten „Ohne Frühstück. Ohne Diskussion.“ wirft die Hauptfigur Sunny (Renate Krößner) ihren Liebhaber nach einer gemeinsamen Nacht aus der Wohnung. Der Satz entwickelte sich in der DDR schnell zu einem geflügelten Wort und wurde weit über den Film hinaus verwendet.
Das Filmmuseum präsentiert über 40 Filme, gegliedert in elf Themenbereiche, die immerwährend sind, bspw. Essen und Trinken, Liebe und Sex, Kirche und Religion oder auch Mode und Bekleidung.
Es stehen Produktionen im Mittelpunkt, die ihre eigene Zeit beschreiben. Immer geht es um den DDR-Alltag. Die DEFA-Gegenwartsfilme holten die Menschen ziemlich nah bei ihren eigenen Befindlichkeiten ab. Sie entstanden nicht durchgehend auf Anweisung der Staatsführung, sozusagen „von oben“. Sie wurden von Filmschaffenden gemacht, die selbst in der DDR lebten. Sie teilten viele Erfahrungen, Hoffnungen und Sorgen mit ihrem Publikum. Gleichzeitig arbeiteten sie, wie alle anderen, in einem Staat, der auf den Alltag, Kunst und Kultur einen starken Einfluss nahm.
Zu sehen sind viele originale Filmrequisiten, etwa ein gedeckter Tisch aus einem Kinderfilm, Kostüme bedeutender Filmfiguren sowie zahlreiche Filmausschnitte. Informationstafeln ordnen die Filme historisch ein und erläutern ihre Bedeutung.
Viele bekannte Gesichter Am Donnerstagabend erlebte die Sonderausstellung ihre Premiere und viel Beifall. Unter den Gästen waren viele bekannte DEFA-Angehörige zu finden, bspw. die Potsdamer Ehrenbürgerin und Drehbuchautorin Helga Schütz sowie die Schauspielerinnen Jutta Wachowiak und Anja Kling. Des Weiteren ihr Vater, Ulrich Kling, der als Filmproduzent, Dokumentarfilmer und Atelierchef bei der DEFA tätig war. Auch der Produzent und Regisseur Tony Loeser, zugleich Vorstandsvorsitzender des Förderkreises des Filmmuseums, sowie Regisseur Bernhard Stephan mit seiner Ehefrau Renate, einem der bekanntesten DDR-Mannequins, nahmen an der Ausstellungseröffnung teil.
Natürlich kamen viele begeisterte Kinofans. Zwei Potsdamerinnen erzählten, im vergangenen Jahr 70 Kinofilme, das sind mehr als 1,3 Kinobesuche pro Woche, gesehen zu haben – viele davon im Kino des Filmmuseums. Auch die Künstlerin Julia Theek und zahlreiche weitere Kulturinteressierte nutzten die Gelegenheit, die neue Ausstellung als Erste zu erleben.
Erinnerungen und Perspektiven Durch den Premierenabend führte Christine Handke, Leiterin Abteilung Kommunikation. Sie begrüßte die Gäste. Filmmuseumsdirektor Dr. Michael Fürst erläuterte in seiner Begrüßungsrede den Ansatz der Ausstellung. Sie wolle die Wechselwirkungen zwischen Zensur und Offenheit, Kontrolle und Verbot sichtbar machen. Die ausgewählten Filme zeigten, was in der DDR möglich war, was gesagt werden durfte – und was eben nicht.
Kurator Guido Altendorf griff diesen Gedanken auf. Die Ausstellung wolle nicht allein Filme präsentieren, sondern vor allem die Hauptfiguren der Filme in den Mittelpunkt stellen. „Es geht darum, die Menschen in der DDR zu feiern, denn das Spannungsverhältnis, in dem sie sich bewegen mussten, war groß“, sagte er und freute sich zugleich über die kurze Entstehungszeit der Ausstellung. Innerhalb von nur einem Jahr wurde sie konzipiert und realisiert – ein außergewöhnlich knappes Zeitfenster. Möglich wurde dies durch eine umfangreiche finanzielle und ideelle Unterstützung. Zu den wichtigsten Förderern zählen die Mittelbrandenburgische Sparkasse (MBS), die Ostdeutsche Sparkassenstiftung sowie die Landeshauptstadt Potsdam.
Oberbürgermeisterin Noosha Aubel würdigte in ihrem Grußwort die DEFA als wichtigen Teil der Potsdamer Stadtgeschichte. „Wir sind der Ort, wo Filme entstanden sind“, sagte sie. Die Ausstellung mache Geschichte greifbar, bewahre Erinnerungen und eröffne zugleich neue Perspektiven. Besonders lobte sie den Ansatz, die Widersprüche des DDR-Alltags anhand ausgewählter Filme sichtbar zu machen.
Andreas Schulz, Vorstandsvorsitzender der MBS, bezeichnete die DEFA als unverzichtbaren Baustein der deutschen Filmgeschichte. Ihre Innovationskraft und ihr internationaler Einfluss wirkten bis heute nach. Kulturförderung sei zugleich eine Investition in die Attraktivität einer Region, für die Menschen ebenso wie für Unternehmen.
Bleibende Film-Werte Auf dem Podium diskutierten dann Tony Loeser, Kameramann Peter Bardel, Freya Glomb von der Filmuniversität Babelsberg und Stefanie Eckert, Vorständin der DEFA-Stiftung, über die Bedeutung der DEFA heute. Peter Bardel erinnerte sich an eine Zeit großer kollegialer Solidarität und ermunterte das Publikum, sich intensiv mit den Filmen zu beschäftigen. „Man kann dadurch sehr viel über diese Zeit verstehen.“
Musikalisch umrahmt wurde dieser Abend von Pascal von Wroblewsky, die zusammen mit dem Lora Kostina Trio etliche DEFA-Filmhits im jazzigen Gewand präsentierte.
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