Logo

Jetzt entscheiden die Potsdamer

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 04.08.2026 / 12:01 Uhr von eb
Günstigere Bahntickets, mehr Bäume oder eine höhere Zweitwohnungssteuer? Ab dem 7. September können die Potsdamer darüber abstimmen, welche Ideen in den Doppelhaushalt der Stadt einfließen sollen. Die erste Phase des Dialogs zum Haushalt, dem Bürgerhaushalt 2027/28, ist abgeschlossen. Aus 707 eingereichten Vorschlägen hat ein Redaktionsteam die „TOP 40 – Liste der Vorschläge der Bürgerinnen und Bürger" erarbeitet. In dem Team saßen Potsdamer, Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung und der Verwaltung. Die Liste bildet die Grundlage für die zweite öffentliche Abstimmung, die am 7. September startet.

Die Bandbreite ist groß. Sie reicht von günstigeren Preisen für Bus und Bahn, mehr Bäumen und Grünflächen und dem Erhalt der Kinder- und Jugendarbeit über den Ausbau von Geh- und Radwegen, Trinkwasserbrunnen und öffentlichen Toiletten bis zur Modernisierung des Bürgertreffs und der Zweigbibliothek Waldstadt und der Sanierung des Rechenzentrums. Auch viele Vorschläge zur Finanzierung stehen zur Wahl, etwa Einsparungen bei den Energiekosten, eine effizientere Verwaltung, höhere Einnahmen aus Parkgebühren und der Zweitwohnungssteuer oder eine stärkere Beteiligung des Tourismus an den städtischen Kosten.

„Der Bürgerhaushalt lebt vom Mitmachen. Die vielen Vorschläge zeigen, was den Menschen in Potsdam wichtig ist", sagt Bürgermeister Burkhard Exner. „Alle Potsdamerinnen und Potsdamer sind eingeladen, darüber abzustimmen, welche Ideen mit dem Entwurf des Doppelhaushalts 2027/28 diskutiert werden."

Gestartet war der Dialog am 18. Mai. Bis zum 3. Juli gingen 707 Vorschläge ein, die 560-mal kommentiert und 25.764-mal unterstützt wurden. Rund 2.200 Menschen beteiligten sich in der ersten Phase. Das Redaktionsteam tagte am 14., 21. und 28. Juli. Es prüfte, ob die Landeshauptstadt für die Vorschläge überhaupt zuständig ist, fasste ähnliche Ideen zusammen und stellte daraus die Liste der 20 wichtigsten Ausgaben- und 20 Finanzierungsvorschläge zusammen. In den kommenden Wochen erarbeitet die Stadtverwaltung zu jedem Vorschlag eine fachliche Einschätzung zu Umsetzbarkeit, voraussichtlichen Kosten und zeitlichem Rahmen.

Die zweite Abstimmungsrunde läuft vom 7. September bis zum 8. November. Teilnehmen dürfen alle Einwohner mit Haupt- oder Nebenwohnsitz in Potsdam, pro Kategorie können jeweils bis zu fünf Stimmen vergeben werden. Die 20 Vorschläge mit der größten Unterstützung gehen dann Anfang Dezember gemeinsam mit dem Entwurf des Doppelhaushalts 2027/28 an die Stadtverordnetenversammlung zur Beratung und Entscheidung.

Weitere Informationen gibt es unter [www.potsdam.de/buergerhaushalt].

Die TOP 40 im Überblick
Vorschläge zu Ausgaben:
  • Sportförderung sichern und Sportstätten besser nutzen
  • Verlässliche Finanzierung für Begegnung und Ehrenamt
  • Kleinen Saal im Lottenhof ganzjährig nutzbar machen
  • Bürgertreff und Zweigbibliothek Waldstadt modernisieren
  • Rechenzentrum erhalten und sanieren
  • Kinder- und Jugendarbeit erhalten und ausbauen (nicht kürzen)
  • Digitale Geräte für den Schulunterricht bereitstellen
  • Preise für Bus und Bahn senken
  • Wohnen: Preisspirale stoppen. Faire Mieten für Potsdam
  • Alten Markt und Landtagsumfeld attraktiver gestalten
  • Platz der Einheit als Ort für Begegnung entwickeln
  • Mehr Bäume und Begrünung für Potsdam
  • Wildblumenwiesen und naturnahe Grünflächen fördern
  • Solaranlagen und Dachbegrünung auf städtischen Gebäuden
  • Geh- und Radwege ausbauen und sicherer gestalten
  • Feste Abstellstationen für E-Roller einrichten
  • Öffentliche Toiletten ausbauen
  • Trinkwasserbrunnen und Cooling-Points ausbauen
  • Garagenstandort „Unter den Eichen" langfristig sichern
  • „Nuthewiesen" in Waldstadt erhalten, Natur und Klima schützen
Vorschläge zur Finanzierung:
  • Energiekosten für Stadtbeleuchtung senken
  • Kosten für Verwaltung und Stadtpolitik senken
  • Fuhrpark der Stadtverwaltung verkleinern
  • Software umstellen (Lizenzkosten sparen)
  • Rathauspersonal schrittweise reduzieren
  • Verwaltung zwischen Weihnachten und Neujahr schließen
  • Einnahmen durch Werbung an städtischen Flächen und Baustellen
  • Stadtfinanzen durch Bund und Land entlasten
  • Stadtforum auf besondere Vorhaben beschränken
  • Zweitwohnungssteuer erhöhen
  • Tourismus stärker an städtischen Kosten beteiligen
  • Vergnügungssteuer für Spielhallen erhöhen
  • Hundesteuer erhöhen
  • Abgabe für unbebaute Baugrundstücke
  • Gebühren für öffentliches Zeit-Parken erhöhen
  • Dauer- und Anwohnerparken ausweiten und Gebühren erhöhen
  • Eintrittspreise städtischer Museen um 1 Euro anheben
  • Finanzierung der Biosphäre
  • Finanzierung des Naturkundemuseums
  • Kosten für das Brandenburg Museum reduzieren

Dieser Artikel wurde bereits 371 mal aufgerufen.

Werbung