Logo

Bauernverband warnt vor Wasser-Bumerang

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 05.08.2026 / 13:01 Uhr von eb
Der Landesbauernverband Brandenburg (LBV) meldet sich in der Debatte um die Novellierung des Brandenburger Wassergesetzes zu Wort und warnt vor einem Bumerang-Effekt. Eine Politik, die die Wassernutzung im Land erschwere, könne die Lebensmittelerzeugung in andere Regionen verlagern. Der Wasserverbrauch verschwinde damit nicht, sondern falle andernorts an, oft höher und mit zusätzlichen Umweltbelastungen.

LBV-Präsident Henrik Wendorff kritisiert, dass sich die Diskussion zu stark auf höhere Wasserentgelte und zusätzliche Auflagen für Nutzer verenge. "Die Debatte darf sich nicht darauf reduzieren, wie man Wasser teurer macht. Wir brauchen eine Strategie, wie wir Wasser in Zeiten des Klimawandels effizienter bewirtschaften, speichern und verfügbar halten. Unser Konzept für eine Novellierung des Wassergesetzes geht deshalb deutlich weiter", sagt Wendorff.

Konkret fordert der Verband eine stärkere zweiseitige Wasserregulierung, um auf Wasserüberschuss wie Wassermangel reagieren zu können. Über Stauziele sollen künftig auch regionale Staubeiräte mitentscheiden, die es bislang nur in wenigen Teilen Brandenburgs gibt. Wasser soll stärker im Land gehalten werden. Und Kläranlagen sollen flächendeckend eine vierte Reinigungsstufe erhalten, damit das gereinigte Abwasser auf den Feldern genutzt werden kann.

Für die Landwirtschaft sei die Wasserversorgung existenziell, so Wendorff. "Landwirtschaft ist ohne Wasser nicht denkbar. Wenn wir unsere Tiere nicht mehr tränken oder unsere Sonderkulturen nicht mehr bewässern können, bekommen wir Fleisch oder Gemüse künftig nur noch aus anderen Regionen."

Wie real das ist, macht der Verband am Schweinemarkt fest. Immer mehr Betriebe steigen aus der Schweinehaltung aus, manche geraten in die Insolvenz, während der Verbrauch von Schweinefleisch nicht im gleichen Maß zurückgeht. Profitieren würde vor allem Spanien, wo in den vergangenen Jahren im großen Stil neue Schweinehaltung entstanden ist. "Jeder Spanien-Urlauber weiß: Dort ist es deutlich heißer und trockener als hier. Aktuelle Forderungen zum Wassergesetz in Brandenburg würden diesen Trend noch weiter befeuern. Das ist absurd", sagt Wendorff.

Das bestehende System dürfe nicht durch hohe Kosten und Bürokratie gefährdet werden, argumentiert der Verband. Dazu zählt er die Nutzung von Oberflächenwasser zur Beregnung und die Entnahme von Brunnenwasser für Hofstellen ohne Anschluss ans Trinkwassernetz. "Wer glaubt, durch eine Abschaffung bewährter Regeln würde Wasser eingespart, der irrt. Der Wasserverbrauch findet dann in doppelter oder dreifacher Höhe statt – nur eben nicht mehr in Brandenburg", warnt Wendorff.

Dieser Artikel wurde bereits 356 mal aufgerufen.

Werbung