Startseite  /  Jobbörse  /  Artikel einsenden  /  Impressum

Logo

Wann hört die EZB auf, ...

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 01.12.2021 / 09:29 Uhr von at
… die Bevölkerung zu verschaukeln? Das fragt Henry Philippson, Technischer Analyst bei GodmodeTrader. "Was für viele Marktteilnehmer sonnenklar war: US-Notenbankchef Powell rückte gestern Abend erstmals eindeutig von der Beschreibung der hohen Inflation als "vorübergehend" ab." Und die Zahlen untermauern dies. In Berlin und Brandenburg hat der Verbraucherpreisindex im November das höchste Preisniveau seit 20 Jahren erreicht. Das teilt das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mit und weiter:

Im November 2021 erhöhten sich die Verbraucherpreise im Vergleich zu November 2020 in Berlin um 5,1 Prozent und in Brandenburg um 5,7 Prozent. 

Die hohen Inflationsraten seit Juli 2021 sind unter anderem auf die temporäre Mehrwertsteuersenkung 2020 und das niedrige Preisniveau bei Mineralölprodukten zurückzuführen. Beide Basiseffekte wirken seit Juli 2021 gleichzeitig und erklären einen wesentlichen Teil des sprunghaften Anstiegs der Inflationsrate. Auch die im Januar eingeführte CO2-Besteuerung wirkt preiserhöhend. Getrieben wurde die Teuerung des Weiteren durch die Entwicklung der Nahrungsmittelpreise. Ohne Energie und Nahrungsmittel lag die Preiserhöhung in Berlin bei 3,2 Prozent, in Brandenburg bei 4,0 Prozent.

Gegenüber Oktober 2021 sanken die Preise in Berlin und Brandenburg jeweils um 0,2 Prozent. Das ist vor allem auf den starken Rückgang der Preise für Pauschalreisen zurückzuführen, bedingt durch den Beginn der Nebensaison.

Preise für Heizöl weiterhin auf Rekordhöhe
Energie verteuerte sich gegenüber dem Vorjahresmonat in Berlin um 20,3 Prozent und in Brandenburg um 22,4 Prozent. Insbesondere die Preise für leichtes Heizöl zogen in Berlin mit einer Zunahme um 102,4 Prozent und in Brandenburg mit einer Zunahme um 119,6 Prozent stark an. Dies ist einerseits auf den bereits beschriebenen Basiseffekt, welcher bis zum Jahresende zu einem großen Preisabstand führt, und andererseits auf die hohe Nachfrage und die niedrigen Liefermengen von Rohöl zurückzuführen. Überdurchschnittliche Preissteigerungen waren auch bei Gas mit einem Plus von 7,3 Prozent in Berlin und einem Plus von 6,3 Prozent in Brandenburg zu verzeichnen.

Auch an den Tankstellen ist keine Entspannung zu spüren. Die Preise für Kraftstoffe stiegen im Vergleich zu November 2020 in Berlin um 43,6 Prozent und in Brandenburg um 42,6 Prozent nochmals deutlich an.

Teuerung bei den Nahrungsmittelpreisen nimmt wieder Fahrt auf
Die Preisentwicklung bei Nahrungsmitteln trug wieder verstärkt zur Teuerung bei. In Berlin stiegen die Preise gegenüber November 2020 um 4,9 Prozent und in Brandenburg um 5,5 Prozent. Im Oktober 2021 waren es Vergleich zum Vorjahresmonat in beiden Ländern 4,5 Prozent.

- Preise bei Brot- und Getreideerzeugnissen weiterhin auf hohem Niveau: Brot und Brötchen in Berlin um 6,4 Prozent, in Brandenburg um 9,5 Prozent teurer
- Preise für Sonnenblumenöl, Rapsöl oder ähnliches steigen weiter: in Berlin um 42,7 Prozent, in Brandenburg um 21,8 Prozent
- Überdurchschnittliche Teuerung auch bei Molkereiprodukten und Eiern: in Berlin 5,9 Prozent, in Brandenburg 6,7 Prozent (vor allem Eier gegenüber dem Vorjahresmonat mit einem Plus von über 10 Prozent in beiden Ländern deutlich teurer)
- Preise für Kaffee, Tee und Kakao steigen: in Berlin um 5,5 Prozent, in Brandenburg 7,5 Prozent (in Berlin mit 11,0 Prozent überdurchschnittliche Preissteigerungen bei Instantkaffee und Ähnlichem, in Brandenburg mit 11,1 Prozent bei Bohnenkaffee)

Dieser Artikel wurde bereits 124 mal aufgerufen.

Werbung

Kommentare

  •  
    Klaus-Peter Prinz schrieb um 20:29 Uhr am 16.12.2021:
    Es wird Zeit, daß für die EZB-Entscheidungen jemand zur Verantwortung gezogen wird.
    Frau Lagarde sollte zurücktreten, bevor die Inflation ins Unermessliche steigt. Die EU-Bevölkerung verarmt immer mehr, gebeutelt von Corona und der Zinspolitik der EZB.
    •  
      Enteigneter schrieb um 13:58 Uhr am 01.12.2021:
      In einem Gutachten wird die anhaltende Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) als verfassungswidrig bewertet. Diese Geldpolitik bedeute nichts anderes als eine fortlaufende Enteignung der Sparer. Ebenso wird das im deutschen Grundgesetz wie auch im Europarecht verankerte Recht auf Privateigentum damit systematisch verletzt. Zu dieser Schlussfolgerung kommt ein aktuelles Rechtsgutachten, dass der ehemalige Bundesverfassungsrichter Paul Kirchhof für die Sparda-Banken erstellt hat.

      „Das Sparen darf nicht als Anlageform für die Bevölkerung mit kleinem Vermögen gegenüber der Aktie und der Immobilie als Anlageform für Personen mit höherem Geldeigentum benachteiligt werden“.

      Gegenüber der „Welt“ sagte Kirchhof, dass der Sparer mit dem Negativzins enteignet werde. Prinzipiell darf der Staat aber nicht auf das Privateigentum seiner Bürger zugreifen. „Das ist verfassungswidrig und widerspricht auch dem Europarecht“. Es sei ein Grundrecht, dass man aus seinem Eigentum einen Nutzen ziehen kann und ist ein Teil der im Grundgesetz garantierten Eigentümerfreiheit. Der Jurist betonte in diesem Zusammenhang, dass genau dieses Grundrecht dem jeweiligen Sparer durch die Politik der Niedrigzinsen der EZB genommen wird.