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Eulen und Co. auf Brautschau - Frühlingsgefühle trotz niedriger Temperaturen

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Erstellt: 09.02.2019 / 17:46 von NABU

Mit den ersten Sonnenstrahlen des Jahres erwachen bei einigen Vögeln schon Frühlingsgefühle: die Balz von Eulen und Greifvögeln hat begonnen. Besonders am Abend können Spaziergänger in diesen Wochen die Rufe der heimischen Eulen hören und erleben. „Zurzeit ist besonders der Waldkauz aktiv“, sagt der Potsdamer NABU-Ornithologe Manfred Pohl. „Während ...

... Eulen mit ihren Liebesrufen beeindrucken, wollen Greifvögel mit akrobatischen Balzflügen imponieren. Dazu bringt die Sonne auch die ersten Singvögel in Balzstimmung, so ist der Buntspecht mit seinem lauten Trommeln weit zu hören“, erklärt Pohl weiter.

Das schaurig-schöne „schuu-hu-huuuu!“ schallt ab jetzt während der Dämmerung wieder durch die märkischen Parks, Wälder und Friedhöfe. Urheber des Gesangs ist Europas häufigste Eulenart, der Waldkauz. Er ist der erste, der mit der Frühjahrsbalz beginnt. Bald werden aber auch die anderen märkischen Eulen, wie Uhu oder Schleiereule, und weitere Käuze nach und nach mit ihrer Balz beginnen und das Eulenkonzert vervollständigen. „Früher als viele andere Vogelarten beginnen die Eulen dann meist im März, Uhu und Waldkauz gelegentlich schon im Februar mit der Brut. Sie gewinnen damit wertvolle Zeit für die Jungenaufzucht“, so Pohl.

Die Balz der Greifvögel ist im Gegensatz zu der gut hörbaren Eulenbalz, vor allem sichtbar. „Mit akrobatischen Balzflügen will das Männchen dem Weibchen imponieren. Besonders spektakulär sind diese beispielsweise beim Seeadler“, sagt Manfred Pohl. Auch die Übergabe von Nistmaterial, der gemeinsame Horstbau oder die Renovierung eines bestehenden Horsts gehören zur Balz. Falken bauen keine Nester, sie verfolgen daher eine andere Strategie: „Falkenmännchen wollen mit dem Beweis ihres Jagdglücks ihre Artgenossinnen von sich überzeugen“, sagt der Ornithologe. So gehört zur Balz bei Wander- und Turmfalke auch die Übergabe von Beute, zunächst in Horstnähe, später auch am Horst.

Auch die heimischen Spechte werden durch die Sonne in Balzstimmung versetzt. Der Buntspecht macht durch lautes Trommeln an hohlen Ästen und Stämmen auf sich aufmerksam. „Bei den Spechten wird jetzt lautstark das Revier abgesteckt, mögliche Nebenbuhler vergrault und Weibchen angelockt“, sagt Manfred Pohl. Die Brutzeit beginnt für die Spechte jedoch erst im April.

Auch der Kolkrabe sitzt schon frühzeitig im Jahr auf seinem Gelege. Bereits Ende Februar brütet er auf Bäumen, aber auch Strommasten. Sehnsüchtig erwartet wird das Ausfliegen der jungen Kolkraben übrigens von den Baumfalken, die erst Ende April/Anfang Mai aus Afrika zurückkehren. Er kann es kaum erwarten als Nachmieter in das Kolkrabennest einzuziehen und fordert durch Schreien den Kolkrabennachwuchs dazu auf, endlich flügge zu werden.

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