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Orangerie der Biosphäre Potsdam schließt als Notunterkunft für Ukraine-Flüchtlinge

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 23.06.2022 / 13:29 Uhr von sp
Die Beigeordnete für Ordnung, Sicherheit, Soziales und Gesundheit, Brigitte Meier, hat heute in einem Vor-Ort-Termin an der Biosphäre Potsdam darüber informiert, dass die Orangerie der Biosphäre nicht länger als Notunterkunft für Geflüchtete aus der Ukraine genutzt wird.

Gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Biosphäre, Sebastian Leifgen, wurde vor Ort eine Bilanz über die vergangenen Monate gezogen. Anfang März hatte das Team der Tropenhalle innerhalb weniger Tage die Notunterkunft in der Orangerie mit 150 Plätzen eingerichtet, die Ankommenden mit Schlafmöglichkeiten, Mahlzeiten, sanitären Anlagen sowie Kleidung und Hygieneartikel versorgt. Die letzten Übernachtungen finden in der Nacht zum 24. Juni statt.

Brigitte Meier bedankte sich bei Biosphäre-Chef Leifgen, seinen Mitarbeitenden, aber auch bei den dort eingesetzten Mitarbeitenden aus dem Fachbereich Wohnen, Arbeit und Integration und des kommunalen Immobilienservice (KIS) für das große Engagement bei der Umsetzung und dem Betreiben der Notunterkunft. „Mich hat es wirklich beeindruckt, wie schnell und unkompliziert die Notunterkunft durch außergewöhnlich hohes Engagement städtischer und nicht städtischer Beteiligten umgesetzt wurde. In den vergangenen Monaten und vor allem zu Beginn des Krieges in der Ukraine, als in kurzer Zeit fast hunderte Geflüchtete täglich nach Potsdam kamen, war die Orangerie der Biosphäre Tag und Nacht eine wichtige und zuverlässige Anlaufstelle. Das konnte nur mit außergewöhnlich großem Einsatz aller Beteiligten erreicht werden. Vielen Dank dafür “, so Frau Meier. 

Über die Beschaffung von Material und Spenden berichtet Sebastian Leifgen: „Ich bin auf alle zugegangen ist, die mir eingefallen sind.“ Auch wenn der unermüdliche Einsatz für die Hilfesuchenden den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern emotional und körperlich einiges abverlangt hat, habe das Team aus Überzeugung geholfen, berichtet Sebastian Leifgen. „Ich bin wahnsinnig stolz auf meine Kolleginnen und Kollegen, die sich bei laufendem Betrieb der Tropenhalle so großartig für die Menschen aus der Ukraine eingesetzt haben – auch weit über den eigenen Feierabend hinaus.“ 

Durchschnittlich 500 Menschen pro Woche sind in den vergangenen dreieinhalb Monaten in die Biosphäre gekommen, wurden dort namentlich erfasst und versorgt. Manche blieben nur eine Nacht, bevor sie an andere Unterkünfte vermittelt werden konnten, andere verbrachten mehrere Wochen in der Orangerie. Unterstützt wurde das Team durch externe Dienstleister und viele freiwillige Helferinnen und Helfer, die zum Beispiel bei der Ausgabe von Kleiderspenden oder beim Dolmetschen halfen. Auch private Sachspenden, die Tierrettung Potsdam oder Studenten der sozialen Arbeit der Fachhochschule Potsdam, die die Kinder unterhalten haben, leisteten einen wichtigen Beitrag. „Wir sind froh, dass wir auf diesem Weg helfen konnten“, so das Fazit von Biosphäre Chef Sebastian Leifgen. Nachdem aufgrund der Ausnahmesituation viele bereits gebuchte Veranstaltungen abgesagt werden mussten, kann die Orangerie ab Juli wieder für Feiern und Tagungen genutzt werden.  

Brigitte Meier ergänzt: „Die aktuellen Zahlen zeigen, dass der Zustrom an Geflüchteten seit Wochen auf niedrigem Niveau ist. Darüber hinaus bauen wir die Unterbringungsmöglichkeiten in Wohnverbünden, Gemeinschaftsunterkünften und Wohnungen sukzessive weiter aus. Es war uns von Anfang an wichtig, die Biosphäre nicht länger als nötig zu beanspruchen.“ Erste Anlaufstelle für ukrainische Geflüchtete ist weiterhin die Behlertstraße 3a, Haus M/N. Außerhalb der Öffnungszeiten werden aus der Ukraine geflüchtete Menschen in der Metropolis-Halle in Babelsberg aufgenommen, wo vor Ostern eine Notunterkunft geschaffen wurde.  

Ausführliche Informationen für Geflüchtete sowie Helferinnen und Helfer sind unter www.potsdam.de/Ukraine-Hilfe zu finden. Aktuelle Zahlen der Geflüchteten: In der Ausländerbehörde haben bislang rund 2.900 aus der Ukraine Geflüchtete vorgesprochen. Derzeit sind etwa 2.220 Geflüchtete privat untergebracht. In Gemeinschaftsunterkünften leben aktuell 225 Geflüchtete, 184 Menschen sind in den Notunterkünften, wie der Metropolis-Halle (170 Personen) sowie der Biosphäre (14 Personen) untergebracht, 85 Menschen leben in Wohnverbünden und 98 in Wohnungen.  

Für den Gastronomiebereich stellt die Biosphäre Potsdam weiterhin ukrainische Geflüchtete ein. Deutsch- oder Gastronomiekenntnisse sind nicht zwingend erforderlich. Interessent*innen können sich bei Oleksandra Krykova unter o.krykova@biosphaere-potsdam.de wenden. Für Sebastian Leifgen und sein Team ist es eine weitere Art, zu helfen. „Im besten Fall können wir auch andere Unternehmen dafür begeistern, ebenfalls diesen Schritt zu gehen“, so der Biosphäre-Chef.

Bilder

Biosphäre Potsdam schließt als Notunterkunft für Geflüchtete, Foto: Juliane Güldner
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