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"Potsdam Exklusiv" auf Meetingpoint: #16 Tanz auf dem Vulkan? Zukunft Mittelstand!

Potsdam Exklusiv
  • Erstellt: 30.04.2023 / 17:01 Uhr von Potsdam Exklusiv
Am Donnerstagabend empfing der Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW) der Wirtschaftsregion Berlin - Brandenburg Süd-West rund 100 Gäste zu seinem Jahresempfang im Kutschstallensemble in der Potsdamer Mitte. Im Fokus des Abends stand die Frage, wie es um den Mittelstand in der Metropolregion Berlin-Brandenburg bestellt ist. Antworten darauf gaben der Minister für Wirtschaft, Arbeit und Energie des Landes Brandenburg, Professor Dr. Jörg Steinbach, und Dr. Hans-Jürgen Völz, der Leiter Volkswirtschaft BVMW.

Viel Positives hatte der Wirtschaftsminister zu berichten. Denn trotz der aktuellen Stapelkrisen hätte sich das Land Brandenburg in den letzten drei Jahren sehr gut geschlagen. Das Wirtschaftswachstum im Jahr 2022 übertreffe mit 3,3 Prozent das deutschlandweite BIP-Wachstum von 1,8 Prozent deutlich. Außerdem gäbe es etliche Investitionsprojekte mit mehr als 100 Millionen Euro Investitionsvolumen, die jeweils mehr als 100 Arbeitsplätze in Brandenburg schaffen. Das alles seien Gründe, warum das Flächenland positiv in die Zukunft schauen könne. Steinbach wünschte sich hier einen Mentalitätswechsel hin zu mehr Selbstbewusstsein und Optimismus in der Bevölkerung.
Eine andere Sicht der Dinge hatte Dr. Hans-Jürgen Völz, Leiter Volkswirtschaft des BVMW. Denn seiner Meinung nach stehe die eigene Wirtschaft nicht im Zentrum des Handelns der Bundesregierung. So kritisierte er die hohen Sozialabgaben, die hohen Arbeitskosten, insbesondere die Höhe und die Entwicklung des Mindestlohnes, die fehlende Gründungsmentalität beziehungsweise Nachfolgementalität und die viel zu hohe Bürokratie in Gesamtdeutschland. Deshalb seien die Forderungen des BVMW an die Politik klar: Gründungs- und Investitionsklima schaffen, Bürokratie abbauen, Sozialabgaben und Steuern senken, Einstellungsmöglichkeiten von ausländischen Arbeitskräften vereinfachen, Steuerkomponenten im Strompreis senken. „Denn es muss klar werden, dass wir uns im Wettbewerb um Köpfe und um Standorte befinden“, so Völz. „Es kann nur das verteilt werden, was erwirtschaftet wurde.“
Dr. Frank Pawlitschek, Leiter der School of Entrepreneurship, kurz E-School, des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) und Dominik Reinhardt, Trainer und Coach, sprachen über weiche Faktoren des Wirtschaftens und des Gründens. Dass es darauf ankäme, mutig im Leben die richtigen Fragen zu stellen, und auch den Mut zu haben, Veränderungen selbst anzutreiben. Dass es darum gehe, zu überlegen, wie die Teammitglieder so in die Unternehmensprozesse involviert werden können, dass alle gemeinsam und motiviert in die richtige Richtung segeln.
In der sich anschließenden Diskussionsrunde, moderiert von Dr. Oliver Geldener, wurde dieser weit umspannende Themenkatalog vertieft. So wunderte sich der Wirtschaftsminister, warum Förderprogramme für die Digitalisierung des Mittelstandes nicht abgerufen werden. Dr. Völz meinte darauf hin, dass der Mittelstand sie dann wohl in dieser Form auch nicht brauche und es viel wichtiger sei, vernünftige Rahmenbedingungen zu schaffen, die das unternehmerische Handeln erleichtern. Kritisiert wurde ferner der Marketingauftritt des Landes Brandenburg, der auch nicht zum gewünschten Mentalitätswechsel des Ministers passe, die bürokratische Haltung der ILB, die viel zu lange Zeit benötigt, um die zugesagten Fördergelder auszuzahlen, und generell die Überbürokratisierung auch und gerade beim Einstellen von ausländischen Arbeitskräften.
Veranstaltungen wie diese, dienen auch dem persönlichen Austausch. So wurden im Nachgang bei kühlen Getränken und einem smartem Buffet im Kutschstallensemble weiter diskutiert und Kontakte geknüpft. Die Initiatorin des Abends, Birgit Derwanz-Dahlmann, Leiterin der Potsdamer Geschäftsstelle des BVMW zeigte sich zufrieden - genauso wie die Gäste, die mit viel Input und Optimismus den Abend genossen.
Die Bilder des Abends gibt es hier: [Klick].

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Bilder

Foto: Potsdam Exklusiv
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