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Die Nagelkreuz-Kapelle und ihre Orgel: Feierliche Weihung der Garnisonkirche am Ostermontag

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 31.03.2024 / 17:01 Uhr von Christiane Fuchs
Es ist der größte Raum im Turm der Garnisonkirche - die Kapelle. Am Ostermontag wird sie im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes in Dienst genommen. Geweiht könnte man auch sagen. Es sei schon ein abgefahrenes Gefühl, beschreibt Dr. Jan Kingreen seine aktuelle Gefühlslage so kurz vor dem Eröffnungsgottesdienst.

Der Pfarrer der Nagelkreuzkapelle weiß, dass es doch sehr selten ist und damit eine besonders ehrenvolle Aufgabe, im 21. Jahrhundert neue Kirchenräume zu weihen. Insbesondere diese Kirchenräume, die doch von Anfang an sehr umstritten waren und es bis heute sind.

Am Ostermontag um 18 Uhr wird Pfarrer Kingreen die Kapelle im Erdgeschoß des Turmes in den Dienst nehmen. Durch die Handlung - hier der erste Gottesdienst - erfährt der Raum samt Einrichtung seine Heiligung.

Die 100 Plätze im Kirchenraum waren schnell vergeben. Insofern ist eine reale Teilnahme am Eröffnungsgottesdienst nicht möglich, jedoch virtuell über einen [Livestream].

In den Dienst wird am Ostermontag auch die Orgel gestellt - ein Hightec-Musikinstrument aus dem Hause der Alexander Schuke Orgelbau GmbH aus Werder. Denn die 1.460 Pfeifen, die innerhalb von 1,5 Jahren gebaut wurden, sind über eine Computersteuerung elektrisch und nicht mechanisch anspielbar. Die Register werden über ein Touchscreen-Display angesteuert.

Da der Raum der Kapelle sehr trocken ist, muss der Organist auch anders spielen. Schon beim Bau der Orgel musste diesbezüglich jede Pfeife an den Raum angepasst werden.

Eine weitere Besonderheit der Orgel ist, dass sie mit zwei Orgelwerken ausgestattet ist. Auf der Ostseite der Kapelle befindet sich in rund 3 Metern Höhe das barocke und auf der Westseite, also genau gegenüberliegend, das Orgelwerk mit dem romantischen Klangbild.

Damit wird die Orgelbaugeschichte der Garnisonkirche vom Ursprungsinstrument des Orgelbaumeisters Joachim Wagner und der romantischen Überformung durch Hoforgelbauer Wilhelm Sauer erzählt.

Anders als üblich ist es möglich, diese zwei Orgelwerke zusammen zu spielen. So kann man Klangfarben und sphärische Töne erzeugen, die es auf einer herkömmlichen Orgel gar nicht geben kann, denn diese funktioniert mechanisch. Bis man alle Möglichkeiten des Instruments entdeckt hat, müsse der Organist schon sehr lange probieren.

„Es ist wie auf einer Malerpalette, man kann ohne Ende mischen und immer wieder etwas Neues entdecken“, so der Musikprofi und Orgelbauer Lukas Koallick der Firma Schuke. Insofern gleiche die Orgel einer Schatzkiste.

Besonders ist auch der Orgelspieltisch aus Eiche, der im Rahmen des flexiblen Raumkonzeptes von fünf verschiedenen Plätzen aus gespielt werden kann.

Bilder

Am 23. März 2023 war der Turm noch eingerüstet.
Das Gerüst im Kapellenraum führt zu den beiden Orgeleinbauten. 23. März 2023.
In diesem „Loch“ befindet sich heute die Orgel.
Die Decke der Kapelle
Orgeleinbau Westseite
Orgelspieltisch mit Display
Pedale der Orgel
Orgelbauer Lukas Koallick sowie Johannes und Michael Schuke, die Geschäftsführer der Schuke-Bau-GmbH aus Werder
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