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Grundschulcampus Michendorf mit Fehlern in der Statik

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Stadtgeschehen

Erstellt: 21.07.2021 / 16:59 von eb

Derzeit finden in den beiden Gebäuden der Grundschule Michendorf sowie im Hort „Sonnenschein“ kurzfristige Sicherheitsmaßnahmen statt. Diese wurden notwendig, nachdem ein beauftragtes Ingenieurbüro im Rahmen der derzeit erfolgenden Planungen für die Erweiterung des Grundschulcampus Michendorf einen Fehler in der Statik der Bestandsgebäude festgestellt hat, der durch den Prüfingenieur für Standsicherheit bestätigt und durch weitere (Material-)Untersuchungen belegt wurde.

Die Maßnahmen in der Schule sollen vor dem Schuljahresbeginn abgeschlossen sein, damit der Start in das Schuljahr 2021/2022 am 9. August 2021 planmäßig erfolgen kann. Die notwendigen Arbeiten im Hortgebäude sollen planmäßig Ende August 2021 beendet werden. Bis dahin soll der Hort ebenfalls die Schulgebäude nutzen. Nachfolgende verschönernde Arbeiten sind für die Herbstferien 2021 geplant.

Ab dem Schuljahr 2024/2025 sollen in der Grundschule in Michendorf in allen Klassenstufen drei Klassen lernen können sowie wieder ausreichend Fachräume und Räume für differenzierendes Lernen vorhanden sein. Mit der Umsetzung eines Ganztageskonzeptes wird zudem der jetzige Hort in die Räumlichkeiten integriert.
Für das Bauvorhaben, welches durch Galandi Schirmer Architekten und Ingenieure GmbH begleitet wird, findet derzeit die Entwurfsplanung für die Erweiterung der Bestandsgebäude und den Neubau von Gebäuden statt und werden dementsprechend Fachplanungen präzisiert, fortgeschrieben und abgestimmt.

Hierbei hat das durch die Gemeinde beauftragte Ingenieurbüro zum Beginn der Sommerferien einen Fehler in der Bestandsstatik des Hauses 2 der Grundschule festgestellt, welcher durch den Prüfingenieur für Standsicherheit nochmals überprüft und bestätigt wurde.
Aufgrund der Feststellung, dass unter Annahme üblicher konstruktiver Ausführungsregeln die rechnerische Standsicherheit der Wände auf der Grundlage der aktuell gültigen Normen nicht nachgewiesen werden kann, sperrte die Bürgermeisterin, Claudia Nowka, vorsorglich dieses Haus und veranlasste die empfohlene kurzfristige Planung und Ausführung von Sicherheitsmaßnahmen sowie eine Sanierungsplanung zur Gewährleistung der dauerhaften Standsicherheit des Gebäudes noch in den Sommerferien.
Um festzustellen, ob der Fehler in der statischen Berechnung auch die augenscheinlich baugleich ausgeführten Gebäude Haus 1 der Schule und das Hortgebäude betrifft, beauftragte sie zudem eine Überprüfung der Bestandsstatik dieser Gebäude; es wurden Kernbohrungen durchgeführt und beprobt.
Im Ergebnis der Prüfung der Materialkennwerte wurde der Gemeinde am 16. Juli 2021 mitgeteilt, dass die Standsicherheit auch hier nicht gegeben und eine Stahlertüchtigung erforderlich ist. Beide Gebäude wurden daraufhin ebenso gesperrt und die entsprechenden Maßnahmen veranlasst.

In allen Gebäuden wird daher derzeit eine Stützenkonstruktion errichtet. Die Arbeiten in den Schulgebäuden sollen zum Schuljahresbeginn fertiggestellt sein, sodass der Schulbeginn am 09. August 2021 nicht gefährdet ist und alle Räume zur Verfügung stehen. Weitere optische Maßnahmen (Verkleiden der Pfeiler) erfolgen in den Herbstferien, um den Schulbetrieb nicht zu beeinträchtigen. Die Maßnahmen im Hort sollen planmäßig bis Ende August 2021 erfolgen.

Bürgermeisterin Claudia Nowka, war von diesem Ergebnis aufgrund der langen Nutzungsdauer aller drei Gebäude sehr überrascht und hinterfragte daher kritisch. „Ich bin sehr dankbar, dass dieser Fehler entdeckt wurde und sehr erleichtert, dass bislang niemand zu Schaden gekommen ist. Ich danke meinem Team in der Bauverwaltung, welches den Hinweis ebenso sehr ernst genommen hat und in sehr kurzfristiger Zeit in den Sommerferien die Sofortmaßnahmen organisiert hat, um den regulären Schulbetrieb – der gerade nach der Corona-Pandemie so wichtig ist – zu gewährleisten.“

Neben der Umsetzung der notwendigen Maßnahmen zur Herstellung der Standsicherheit organisiert die Gemeinde derzeit zudem den Betrieb des Hortes in den Ferien und zu Schuljahresbeginn. Ab Donnerstag, den 22. Juli 2021, erfolgt die die Betreuung der Kinder für die restlichen Ferien im Hort „WIKIHO“ in Wilhelmshorst. Zum Schuljahresbeginn könnte der Hort die dann fertiggestellten Schulgebäude und die Sporthalle nutzen. Für beide Planungen benötigt die Gemeinde Ausnahmegenehmigungen von der Betriebserlaubnis, welche derzeit beantragt werden.

Laut Bürgermeisterin Claudia Nowka „steht die Gemeinde diesbezüglich seit Kenntnisnahme der Ergebnisse am 16. Juli 2021 in enger Abstimmung mit dem zuständigen Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg und der Bauaufsicht des Landkreises Potsdam-Mittelmark. Angesichts der Kurzfristigkeit und Notwendigkeit der Maßnahmen hofft sie, dass hier gemeinsam pragmatisch und kurzfristig Entscheidungen getroffen sowie notwendige Unterlagen zur Verfügung gestellt werden, die der Gemeinde die Betreuung aller Hortkinder des „Sonnenschein“ ermöglichen.“

Erst nachdem der Schul- und Hortbetrieb gewährleistet ist, wird sich die Gemeindeverwaltung mit der Frage der Verantwortlichkeit für den aufgezeigten Fehler und möglichen Ansprüchen befassen.

Derzeit wird der Umfang des notwendigen finanziellen Mehraufwandes ermittelt, um diesen der Gemeindevertretung zur Zustimmung vorzulegen.
In Ergänzung zu den bislang erhaltenen schriftlichen Informationen der Gemeindevertreter*innen erfolgt eine umfassende Information und Beratung der Mitglieder des Hauptausschusses in einer Sondersitzung in der letzten Ferienwoche, am 05. August 2021.

Ferner wird geprüft, inwieweit die Maßnahmen Auswirkungen auf die bisherigen Planungen der Erweiterung des Grundschulcampus haben.

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