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Brückenbauer zur WM nach Russland

Sonstiges
  • Erstellt: 12.06.2018 / 10:47 Uhr von at
Die ganze Welt schaut in den kommenden Wochen auf Russland, wenn dort die besten Fußball-Nationalteams der Erde bei der Weltmeisterschaft um den Titel spielen. Diese Plattform wollen der Landessportbund Brandenburg und seine Brandenburgische Sportjugend nutzen, um direkt vor Ort mit ihrer Straßenfußball-Tour ...

... Brücken zu bauen und für einen noch breiteren und konstruktiveren Dialog zwischen Russland und Deutschland - und vor allem zwischen den Jugendlichen beider Länder - zu werben.

„Der Sport und seine Werte faszinieren alle Menschen, egal, welchem Land, welcher Kultur oder welcher Religion sie angehören. Diese einmalige Gemeinsamkeit wollen wir mit unserer besonderen WM-Reise nutzen, um ins Gespräch zu kommen, um Vorbehalte und Vorurteile abzubauen und um neue Freunde zu gewinnen“, erklärt der LSB-Vorstandsvorsitzende Andreas Gerlach. „Außerdem wollen wir mit der Fußball-Tour, die wie kaum eine andere von Toleranz und Mitbestimmung lebt, für Offenheit und Meinungsfreiheit werben.“

Für das Projekt „Deutsch-Russische Fußballbrücken“ konnten mit dem Deutschen Fußball-Bund, dem Deutsch-Russischen-Forum e.V., dem Auswärtigen Amt, dem Land Brandenburg, der F.C. Flickstiftung sowie der Deutschen Sportjugend renommierte Partner gewonnen werden. Finanzminister Christian Görke, der selbst an diesem Projekt teilnimmt, meint: "Es ist kein Geheimnis, dass wir derzeit gerade in den deutsch-russischen Beziehungen keine einfachen Bedingungen vorfinden. Aber Sport hat abseits der Politik einen verbindenden Faktor, kann Brücken bauen, wenn der Dialog an anderen Stellen ins Stocken gerät. Deshalb unterstützt das Land Brandenburg das Projekt mit Lottomitteln und daher setze ich mich auch persönlich dafür ein, dieses Projekt zu einem Erfolg zu machen. Die Begegnung der jungen Sportlerinnen und Sportler aus Deutschland und Russland ist mehr als `nur´ ein Fußballturnier, es ist ein Wechsel auf die Zukunft, um heutige Eskalation zwischen den Staaten nicht bis in alle Ewigkeit fortzusetzen. Es werden diese jungen Menschen sein, in deren Hand die Zukunft Europas und letztlich des Friedens in der Welt liegt. Für mich ist dieses Projekt daher eine gute Gelegenheit, erneut für den Dialog mit Russland zu werben."

Die Straßenfußball-Tour durch Russland wird in drei Turnieren in Novoje Dewiatkino (St. Petersburg), Rostow am Don und Sotschi ausgespielt. An der Reise vom 15. bis 26. Juni beteiligen sich mehr als 30 jugendliche Projektteilnehmer im Alter zwischen 18 und 27 Jahren aus dem Land Brandenburg und weiteren Bundesländern sowie zehn russische Teilnehmer. Sie werden neben mehr als 90 einheimischen Helfern die drei Turniere organisieren, zu denen rund 400 russische Jugendliche erwartet werden.

Robert Busch, Vorstand der Brandenburgischen Sportjugend im Landessportbund Brandenburg e.V., weist auf die enorme Komplexität der Vorbereitung hin: „Man kann nicht einfach mal schnell losfahren und fehlende Sachen holen. Banden, Bälle, Trikots, Pokal, insgesamt drei Socceranlagen - alles muss vorbereitet, verstaut und verschickt werden. Und auch das Kontingent von 80 Eintrittskarten für das Spiele, das ist keine Selbstverständlichkeit die vom DFB zu bekommen. Wir haben schon viele internationale Projekte umgesetzt, waren z.B. mit einem Favela-Hilfeprojekt in Rio zu den Olympischen Spielen, aber in diesem Umfang ist es das größte Projekt was wir bisher gemacht haben."

Uwe Koch, Referent für Soziale Projekte, hat die Straßenfussball-Tour seit einem Jahr vorbereitet und mit Hilfe des Deutsch-Russischen-Forums Karten, Hotels, Flug- und Zugtickets besorgt und Spielplätze gesichtet: „Im letzten Sommer haben wir im Rahmen der Städtepartnerschaft ein Probeturnier in Krasnodar durchgeführt. Da kam der Bundesaußenminister vorbei und sagte das ist doch eine tolle Sache für Russland. Das habe ich sofort aufgenommen und bin zum Auswärtigen Amt, die auch bald eine Unterstützung zugesagt haben und dann hat der Zug richtig Fahrt aufgenommen.“

Abseits der Courts indes geht es weniger um das runde Leder, als vielmehr um den Austausch zwischen den deutschen und russischen Jugendlichen. Verschiedene Treffen sowie der gemeinsame Besuch der WM-Begegnung zwischen Deutschland und Schweden sollen das Verständnis für die jeweils andere Kultur stärken. Am 22. Juni werden die deutsch-russischen Projektteilnehmer dann in Sotschi dem Jahrestag des deutschen Überfalls auf die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg mit einer gemeinsamen Kranzniederlegung gedenken.

Bilder

Uwe Koch ist schon Fairplay-Sieger
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