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Potsdamer können sich sicher fühlen / Analyse zur Sicherheitslage in der Stadt präsentiert

Stadtgeschehen
  • Erstellt: 23.12.2023 / 18:01 Uhr von Christiane Fuchs
Am Mittwochabend hat die Stadt Potsdam die von ihr in Auftrag gegebene Studie zur Sicherheitslage in der Stadt in der Wissenschaftsetage des Bildungsforums präsentiert. In Anwesenheit der Beigeordneten für  Brigitte Meier und Ordnungsamtleiter Kartsen Lauber stellten  Johannes Rieckmann und Tim Stuchtey als Vertreter der BIGS, Brandenburgisches Institut für Gesellschaft und Sicherheit, ihre Analyseergebnisse für Potsdam vor. Das markanteste Ergebnis sei, so Rieckmann, dass 96 Prozent der Befragten zufrieden mit ihrem Wohnort sind und 89 Prozent ihre wirtschaftliche Situation als gut empfinden. Diese positive Lage wirkt sich auch positiv auf das Sicherheitsempfinden aus, wenngleich es keine 100-prozentige Sicherheit geben kann.

Für die Studie wurden 3.000 Fragebögen im Sommer 2022 versendet, 1.111 Potsdamer haben geantwortet. Diese Rücklaufquote von 37,8 Prozent ist eine relativ hohe Beteiligung, in anderen Städten läge diese nur bei 20 Prozent, so die Vertreter der BIGS.
Zur besseren Beurteilung haben die Forscher Potsdam mit seinen heterogenen Stadtteilen in neun strukturell sinnvolle Gebiete unterteilt. Die BIGS untersuchte auch wie sich nicht kriminogene Einflußfaktoren auf das subjektive Sicherheitsempfinden auswirken. Denn diese führten häufig dazu, so auch in Potsdam, dass das subjektive Sicherheitsempfinden von der objektiven Gefahrenlage abweicht.
In dem Zusammenhang stellte sich heraus, „dass das Sicherheitsgefühl nicht für alle Befragten gleich wahrgenommen wird. Frauen (im Vergleich zu Männern), ebenso wie Befragte mit niedrigeren Einkommen (im Vergleich mit höheren Einkommen) und Befragte aus dem Teilgebiet 8 (Schlaatz, Stern, Drewitz) (im Vergleich zu den anderen Teilgebieten) geben ein geringeres Sicherheitsgefühl allein bei Nacht in der eigenen Wohngegend an.“
„Dieser Effekt bleibt auch bestehen, wenn analytisch zusätzlich andere mögliche Einflussfaktoren berücksichtigt werden. Für kommunalpräventive Maßnahmen eröffnen sich daher Möglichkeiten, in diesen Bereichen Schwerpunkte zu setzen. Neben bereits bestehenden Maßnahmen in der Stadt Potsdam (u.a. die Frauenberatung und das Fußverkehrskonzept von 2021) können sich demnach weitere und weitergehende Informationsveranstaltungen und Präventionsprogramme als hilfreich erweisen“, heißt es in der Studie.
Wo jedoch das subjektive Empfinden mit der objektiven Lage übereinstimmt, sei im Teilgebiet 8 von Potsdam, dass durch die Stadtteile Schlaatz, Stern und Drewitz bestimmt wird. Im besonderen Maße werden physische Ordnungsstörungen, wie Graffiti oder Müll, und soziale Ordnungsstörungen, wie eine ungleiche Einkommensverteilung, im Teilgebiet 8 als der öffentlichen Sicherheit abträglich angesehen.
Neben der Veröffentlichung der Ergebnisse der Sicherheitsanalyse gab der Leiter der Polizeiinspektion Potsdam, Polizeidirektor Christian Hylla, eine Einschätzung zur aktuellen Sicherheitslage. Drei Kennzahlen seien für die Landeshauptstadt relevant, führte Hylla aus. Die Einwohnerzahl, die von 2012 bis 2022 um 15 Prozent gestiegen sei, und die dazu im gleichen Zeitraum um 30 Prozent gefallene Kriminalitätshäufigkeitszahl sowie die um 28 Prozent gefallene Zahl der Verkehrsunfallhäufigkeit. „Das bedeutet, dass sich die Potsdamer und Potsdamerinnen in der Stadt sicher fühlen können“, so Hylla.
Besonders froh sei die Polizei über den Rückgang der Kellereinbrüche. Hier hätten auch Maßnahmen zur Bekämpfung von Fahrraddiebstählen ihre Wirkung gezeigt. Interessanterweise würden jetzt die Zahlen der gestohlenen PKW und Kräder steigen. Dabei würden Kräder insbesondere aus Tiefgaragen entwendet, Autos, vornehmlich SUVs aller asiatischer Hersteller, eher im öffentlichen Raum. Osteuropäische Banden werden als Täter vermutet.
Die komplette Analyse ist online abrufbar: [www.bigs-potsdam.org].

Bilder

Polizeidirektor Christian Hylla gab seine Einschätzung zur Lage.
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